The Future of Middle Earth: A new Ainuindale - Nenyas World


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The Future of Middle Earth: A new Ainuindale
von Nenya und Meiko
[Einfach nur ich selbst]

Still legte sie die Feder zur Seite und blickte auf die schnell trocken werdenden Linien auf dem Blatt herab. Ihre Gedanken schweiften in der Zeit zurück, bis in die entferntesten Äonen der Wirklichkeit, als es den Wesen dieses Planeten noch nicht gestattet war, ihre Gedanken zu Papier zu bringen. Wie merkwürdig einfach das Leben seither geworden war, dachte sie. Nicht nur, dass sie nicht mehr gezwungen war, ihre ungeordneten Gedanken mühsam in gewaltige Steinplatten zu meißeln, nein – noch viel bedeutender erschien ihr die Tatsache, dass sie ihre Gedanken überhaupt in schriftliche Form bringen konnte. Als die Wesen dieses Planeten endlich begannen, die lästigen Zügel ihrer geistigen Hemmungen abzustreifen, da war es, als streiche der Atem des Einen über die Oberfläche allen Seins. Mit leuchtenden Augen begann sie, ihren Text zu lesen...


Ich ging in die Welt hinaus, mit offenen Augen. Doch auch die Welt, sie sah mich. Ich musste mich ändern um in sie hinein zu passen, um mit ihr zu verschmelzen, was mir auch gelang. Wo ich nun einmal dazu gehörte, da sah ich mich in der Welt auch um. Manches brachte mich zum Staunen und einiges ließ mich vor Ehrfurcht erstarren. Ich sah die Welt um mich herum wie ein Kind, das alles neu entdeckt und nicht glauben kann, was es da vor sich sieht. Die Welt gab mir zu sehen und ich sah es an.
Mit der Zeit passte ich immer besser in diese Welt und die Welt sah mich nun als einen Teil von sich an. Ich gehörte doch tatsächlich zu dieser Welt hinzu, ich war ein Teil von ihr. Doch dies bescherte mir nicht nur Freude, denn nun sah ich hinter die Fassade der Welt, konnte sehen, dass es noch mehr gab als das Schöne.
Ich blickte auf Menschen, die anders waren und nicht so gut auf dieser Welt zurecht kamen, wie ich. Dass es Armut gab und Hunger, hatte ich noch nicht gewusst und dabei war ich doch mit offenen Augen durch die Welt gegangen. Mein Herz wurde schwer, doch ich sah genauer hin, wollte mehr darüber erfahren. So erblickte ich noch andere Schrecklichkeiten, wie das sinnlose Töten und das Zufügen von Schmerzen. Meine Seele schrie auf und bittere Tränen strömten über mein Gesicht, doch ich suchte weiter nach dem Guten auf der Welt und fand es auch.
Aber für alles Gute, was ich entdeckte, bekam ich wieder Schlimmes zu sehen. Ich verstand nicht, wie die Welt so etwas überhaupt zulassen konnte. Mein Herz begriff die Grausamkeit nicht, mit der manche Menschen andere behandelten. So entstand in mir der Gedanke etwas dagegen zu tun, für das Gute einzustehen und das schrie ich in die Welt hinaus.  Nach einiger Zeit jedoch bemerkte ich, dass meine Stimme zu schwach war und im Chor der anderen unterging, von der Welt ungehört, unverstanden.


Sie stockte inmitten des Absatzes und der Schlag ihres Herzens erlahmte. Ihr Blick wanderte durch das offene Fenster und weit über das Tal hinaus, doch ihr Auge nahm nichts von der Schönheit des Frühlingstages wahr. Sie hatte nicht darüber nachgedacht, was sie geschrieben hatte, doch jetzt, da sie die Worte wieder durch ihre Gedanken fließen ließ, zerbrach das friedliche Gefühl in ihr klirrend in tausende Splitter. Sie spürte ein Stechen im Herzen, genau dort, wo sie einer dieser Splitter unversehens getroffen hatte. Ihr Geist tastete nach der Wunde und sie erkannte schaudernd, dass das winzige Bruchstück ganz aus Eis bestand. Ihre Augen schlossen sich und baten ihr Ich, nicht gegen das anzukämpfen, was unweigerlich folgen musste. Was immer folgte, wenn die Splitter aus Eis sich in die Herzen der Menschen bohrten: Ewiger Schlaf. Und Kälte...


Mein Wille zerbrach an den Klippen der Welt und ich gab mich dem Schein hin, verschloss meine Augen und mein Herz. Lebte mein Leben ohne groß auf andere zu achten oder mich um sie zu kümmern. Umgab mein Herz mit einem Panzer, härter als Stahl, um meine gequälte Seele vor der grausamen Welt zu retten. Nun lebte ich in einer Welt des Scheins und der Träume und hatte völlig vergessen ich selbst zu sein. Die Welt hatte mich zu einem Teil von sich gemacht, geändert bis ich passte und mit geschlossenen Augen durchs Leben ging.
Doch plötzlich erklang ein Stimme in mir, erst schwach, dann immer stärker und bahnte sich einen Weg durch die Träume hindurch.
„Öffne deine Augen, denn nicht alles was du siehst ist schlecht. Veränderungen kommen stetig, aber langsam und alle haben einen Anfang. Du glaubst, du könntest nichts bewirken, wärst zu schwach, um etwas auf dieser Welt zu ändern. Doch diese Welt braucht dich und jeden, der auf ihr lebt. Manche bewirken Großes und andere verändern nur durch ihr Dasein das Schicksal, denn sie sind einfach nur sie selbst. Es ist immer leicht sich anzupassen und es anderen recht zu machen. Schwer ist es, seinen eigenen Weg zu gehen und dabei nicht an den Grausamkeiten, die es gibt zu zerbrechen. Verschließe dein Herz nicht vor den Bildern der Welt, sondern nimm sie in dich auf und versuch etwas daraus zu machen, denn du kannst der Stein des Anstoßes für eine Veränderung sein. Deshalb öffne deine Augen und sei einfach nur du selbst.“
Bei diesen Worten erkannte mein Verstand, was mein Herz schon längst wusste, dass auch eine kleine Stimme der Welt eine neue Melodie bringen kann. Der Panzer um mein Herz zersplitterte und es schlug wieder frei in meiner Brust. Damit öffnete ich meine Augen erneut und stellte mich der Welt.
Und war einfach nur ich selbst.


Lächelnd schloss sie die Mappe und legte die Feder endgültig zur Seite. Der Tag neigte sich seinem Ende zu und es war Zeit für sie, den Turm zu verlassen. Gedankenverloren trat sie ans Fenster und warf einen Blick hinaus. Was sie zuvor nicht mehr hatte sehen können, erstrahlte nun wieder in all der nicht ganz fassbaren Schönheit der Welt. Und mit einem tiefen Atemzug durchfuhr sie der einzige Gedanke, der in allen Nächten die noch folgen mochten, Bestand hatte: Die Erkenntnis, am Leben zu sein.


Ende.
Chatbox
bullet Admin
19 Nov : 13:44
Ich wünsche allen viel Spaß auf meiner Seite.
bullet roadnet
27 Sep : 23:55
Viel Spaß mit der neuen Homepage, wünscht das roadnet.de Team
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