Solcha - Nenyas World


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(Mitglieder: 0, Gäste: 113) am 23 May : 21:46

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Solcha
„Ja?“
„Bist du Amanda Clark?“
Amanda nickte und starrte die Person, die vor ihr stand aus zusammengekniffenen Augen an. „Und wer sind sie, wenn ich fragen darf?“ „Major Samantha Carter. Ich will dir ein Angebot machen.“ Amanda blickte sie verwirrt an, als die Stimme ihrer Mitbewohnerin hinter ihr erklang. „Amanda, wer ist denn das?“ „Nur eine Bekannte, Chloe. Wie wollten grade einen Spaziergang machen.“ „Komm aber nicht zu spät wieder“, erklang Chloes Stimme erneut bevor sich eine Tür schloss.

Amanda seufzte und nahm ihren Schlüssel vom Haken. „Kommen sie. Ich kenne ein kleines Cafe, wo wir uns unterhalten können.“

Sie gingen zusammen durch die Straßen von Richmond, bis sie das kleine Cafe erreichten, von dem Amanda gesprochen hatte. Sie ging zu einem Tisch in der Ecke und nickte Carter zu sich zu setzen. Nachdem sie etwas zu trinken bestellt hatten, ergriff Amanda das Wort. „Von was für einem Angebot sprechen sie?“ fragte sie frei heraus und blickte Carter abschätzend an. „Du studierst doch Biologie und Geschichte?“ fragte Sam und blickte von ihrem Kaffee auf. Amanda nickte nur und wartete darauf was noch weiter kommen würde. „Wir könnten dir eine Stelle anbieten, wenn du dein Studium beendet hast. Dafür müsstest du uns natürlich einen kleinen Gefallen tun.“ Amanda riss erstaunt die Augen auf. „Ich hab noch nicht mal die Hälfte meines Studiums beendet und da wollen sie mir schon einen Job anbieten. Dieser kleine Gefallen hat doch sicher einen Haken“, endete sie misstrauisch. „Ich darf dir nichts Genaues darüber sagen.“ Sam senkte ihre Stimme zu einem Flüstern. „Ich kann dir sagen, dass es wirklich Außerirdische gibt.“ Amanda machte große Augen bei dieser Eröffnung und fragte dann zaghaft: „Und was hat das mit mir zu tun?“ „Du findest das nicht seltsam?“ Jetzt machte Carter große Augen. „Naja, es gibt viel über das wir nichts wissen, nicht? Warum soll es dann nicht auch Aliens geben?“ antwortete Amanda vorsichtig.

„Das klingt aber nicht sehr wissenschaftlich.“ Sam lächelte sie an. „Also das sind Freunde von uns. Es sind Wesen die einen Wirt benötigen um zu Überleben....“ „So was wie Symbiose“, warf Amanda ein. Carter nickte und fuhr fort: „Einer davon braucht unbedingt einen neuen Wirt und so sind wir auf dich gekommen.“ Nachdenklich kratzte Amanda sich am Kopf. „Und das soll ich jetzt gleich entscheiden?“ „Nein, ich wollte dich nur fragen, ob du dir denjenigen mal ansehen würdest. Du musst es nicht machen, aber wenigstens ansehen könntest du ihn dir.“

Amanda nickte leicht und legte die Stirn in Falten. „Nächstes Wochenende hätte ich Zeit“, überlegte sie. „Da haben wir schon ab Donnerstag frei und ich hab Mittwochnachmittag nichts mehr zu tun. Ich wollte eigentlich zu meiner Familie fahren, aber das kann ich wohl irgendwie verschieben. Ginge das?“ Sie sah Sam nachdenklich an. Diese nickte. „Ich denke das wird klappen. Ich hole dich dann hier ab. Bis dann.“ Carter erhob sich und wollte gehen, doch eine Frage von Amanda brachte sie dazu sich wieder umzudrehen. „Warum gerade ich?“ „Du erschienst uns genau die richtige dafür zu sein.“ Sie nickte Amanda noch einmal zu und ließ sie dann mit ihren Gedanken allein.  

„Hey Mum. Nein, ich kann nächstes Wochenende leider doch nicht kommen. Nein, das lässt sich leider nicht verschieben. Ok, wir sehen uns dann. Bye.“

Seufzend legte Amanda den Hörer wieder auf die Gabel. Das war erledigt. Nachdenklich kratzte sie sich am Kopf. Was sollte sie nur Chloe erzählen? „Oh, du fährst weg?“ fragte sie ein paar Minuten später, als sie Chloes gepackte Koffer sah. Diese nickte nur abwesend ohne sie anzusehen. „Muss noch was zu Hause erledigen. Also viel Spaß in den nächsten Tagen Süße.“ Damit gab sie Amanda einen Kuss auf die Wange schnappte sich ihre Koffer und verschwand. Das Problem hatte sich somit auch erledigt und sie konnte sich dem vor ihr liegenden Wochenende widmen. Zuerst wollte sie aber noch ihre Arbeit für die Uni beenden um an diesen speziellen Tagen nichts zu tun zu haben.

Ihre Gedanken schweiften jedoch immer wieder ab und die Arbeit ging nur schleppend voran. Dann hatte sie endlich alles zusammen was sie brauchte und seufzte erleichtert auf. Das wäre geschafft. Nun würde das andere doch auch nur wie ein Klacks sein.

Mit gerunzelter Stirn fragte sie sich wo man sie wohl hinbringen würde. Wahrscheinlich zu irgendeiner Militärbasis. Außerirdische! Die anderen würden sie alle für verrückt erklären, wenn sie davon erzählen würde, also ließ sie es gleich bleiben. Na dann, der Koffer würde sich nicht von alleine packen. Amanda ging in ihr Schlafzimmer und begann damit.   „Hallo. Bist du startklar?“ fragte Sam gut gelaunt, als Amanda die Tür öffnete. Diese nickte ihr zu und ein kleines Lächeln erschien auf ihrem Gesicht. „Alles klar. Dann komm mit mein Wagen steht unten.“

Sie gingen zu Carters Wagen und verstauten Amandas Gepäck darin. Die Fahrt verlief am Anfang schweigend und Sam stellte das Radio an, um die Stille zu übertönen.  „Wie geht es dir?“ fragte sie Amanda nach einer Weile. Diese blickte sie von der Seite an und zuckte mit den Schultern. „Ganz gut, ich weiß nur nicht was ich von alledem halten soll. Naja ich bin ziemlich nervös“, gab sie dann mit einem schüchternen Lächeln zu.

„Keine Angst.“ Carter tätschelte ihr beruhigend das Knie. „Es passiert ja nichts Schlimmes.“ „Können sie mir jetzt mehr erzählen?“ Amanda taute langsam auf und fing an sich zu entspannen. Sam nickte und begann mit ihrem Vortrag. „Die Aliens heißen die Tok’ra. Wie schon gesagt, sie sind Verbündete von uns. Du wirst später sicher mehr darüber erfahren“, wich sie Amandas fragendem Blick aus. „Sie tragen einen Symbionten in sich, aber da er sich entwickelt, muss der Wirt gewechselt werden. Die Tok’ra haben nicht so viele Möglichkeiten an Wirte heranzukommen, deswegen haben wir ihnen schon mal ausgeholfen. Das ist aber alles nur auf freiwilliger Basis. Wir wollen dich nicht dazu zwingen, wenn du nicht willst. Der Tok’ra wird zu uns kommen um dich kennen zu lernen und dann kannst du dich entscheiden, ob du ein Wirt werden willst oder nicht.“ Sam sah Amanda an um die Wirkung ihres Vortrages abzuschätzen.

Amanda starrte aus der Frontscheibe des Wagens und hatte die Stirn in Falten gelegt. Als sie Sams Blick sah nickte sie zum Zeichen, das sie verstanden hatte, war aber nicht dazu zu bewegen über das Gehörte zu reden. Carter seufzte und konzentrierte sich wieder auf die Straße vor ihr.

  „Carter, da sind sie ja wieder. Haben sie unseren Gast mitgebracht?“ „Ja, Colonel. Amanda das ist Colonel O’Neill. Colonel das ist Amanda.“ „Schön dich kennen zu lernen.“ O’Neill schüttelte Amanda die Hand und drehte sich dann um, um ihr den Weg zu weisen. Sie kamen vor eine Tür an, die Jack schwungvoll öffnete. „Es ist vielleicht nicht das Rizz, aber es ist schon in Ordnung“, sagte er lächelnd zu Amanda. Ein wenig schüchtern lächelte sie zurück und nickte. „Carter, der General will uns nachher alle sehen. Ich hab noch was zu erledigen.“ Er nickte den Frauen zu und verschwand dann um die nächste Ecke des Korridors. „Komm rein, dann kannst du deine Sachen auspacken“, meinte Carter und betrat den Raum.

Amanda sah sich um und warf einen Blick zur Tür hinaus vor der jetzt zwei Soldaten standen. Sam bemerkte ihren Blick und sah ebenfalls hinaus. „Keine Angst, das sind keine Gefängniswärter“, meinte sie dann grinsend. „Es ist nun mal Vorschrift.“

„Ich muss jetzt los, aber wenn du irgendwas brauchst dann frag einfach“, meinte Carter nach einer Weile und ging zu Tür. Amanda nickte ihr lächelnd zu und schloss die Tür hinter ihr. Seufzend ließ sie sich auf das Bett fallen und sah sich um. Das Zimmer war ganz ordentlich eingerichtet, ein wenig unpersönlich vielleicht, aber das war auch nicht anders zu erwarten gewesen. Früher hatte sie solche Zimmer immer gehasst, doch sie hatte sich daran gewöhnt. Amanda schloss die Augen und lauschte auf die Geräusche um sie herum, die viel von ihrer Umgebung verraten konnten. Draußen gingen lachend Leute vorbei und die Soldaten vor ihrer Tür unterhielten sich ungezwungen, also schien nichts Besonderes anzuliegen. Erneut seufzend öffnete sie ihre Augen wieder und begann ihre Sachen auszupacken. Sie wusste nicht ob sie das richtige für diese Reise ausgesucht hatte, doch wer hätte ihr das schon sagen können.

 

„Herzlich Willkommen auf der Erde“, begrüßte General Hammond die Tok’ra, die eben das Tor passiert hatten. „Es ist uns eine Freude hier zu sein“, erwiderte einer von ihnen. „Hallo, Sandro“, sagte Carter zu dem zweiten Tok’ra. Dieser nickte und trat vom sich schließenden Tor weg. „Gehen wir doch in den Konferenzraum“, meldete sich Hammond wieder zu Wort. „Sandro, Anise.“ Carter machte eine Bewegung in Richtung Tür und die beiden folgten ihr und General Hammond hinaus.   „Amanda?“ Jemand rüttelte an ihrer Schulter und sie schlug langsam die Augen auf. Samantha Carter stand über sie gebeugt und lächelte sie an. Amanda gähnte und setzte sich dann auf. „Ich muss wohl eingeschlafen sein“, murmelte sie und versuchte richtig wach zu werden. „Sind sie da?“ fragte sie dann und stand auf. Carter nickte und beide gingen nach draußen.

„Du musst keine Angst haben. Wir kennen die Tok’ra schon länger und die beiden sind wirklich nett“, sagte Sam als sie Amandas Nervosität bemerkte. Als Amanda nicht antwortete ging Carter einfach weiter und blieb nach einer Weile vor der Tür zum Konferenzraum stehen. Sie öffnete und trat mit Amanda hinter sich ein.

Als Amanda aufblickte, konnte sie an Samantha vorbeisehen und entdeckte den jungen Mann an der anderen Seite des Raumes. Schüchtern lächelte sie ihn an und musterte sein Äußeres. Carter berührte sie am Arm und begann die Anwesenden vorzustellen. „Das ist General Hammond“, sagte sie und deutete auf den untersetzten Mann mit Glatze. Er streckte Amanda die Hand hin und nickte beruhigend. „Colonel O’Neill kennst du schon. Das ist Daniel Jackson und das da drüben ist Teal’c.“ Carter zeigte auf die andern Männer im Raum. Dann drehte sie sich zu den Gästen um. „Und das sind zwei Tok’ra, Anise und Sandro.“ Amanda nickte zur Bestätigung, dass sie verstanden hatte und blickte wieder zu Sandro hinüber. General Hammond lächelte in sich hinein als er diesen Blick sah, wurde aber sofort wieder geschäftlich. „Ich bitte sie alle Platz zu nehmen.“ Er deutete auf die Stühle, die um den Konferenztisch standen. „Sie wissen alle warum wir heute hier sind?“ fragte er und blickte in die Runde. Es gab ein zustimmendes Gemurmel und General Hammond fuhr in seinen Ausführungen fort. Amanda blickte zu Anise hinüber und musterte sie stirnrunzelnd. Sie kam ihr so bekannt vor.

Als General Hammond verstummte wurde ihre Aufmerksamkeit wieder auf die Handlung am Tisch gezogen. „Amanda könnte als Wirtin dienen“, sagte Samantha an ihrer rechten Seite. „Sie soll sich aber frei dazu entscheiden können“, fügte sie hinzu als sie das hoffnungsvolle Aufleuchten in Anise Augen sah. Diese senkte den Kopf und nickte und Amanda sah sich stirnrunzelnd am Tisch um.

Was kam ihr an dieser Situation nur so verdammt bekannt vor. Es war alles wie ein Déja vu, nur wovon? Unruhig rutschte sie auf ihrem Stuhl hin und her und versuchte sich zu erinnern. Sam warf ihr einen Blick von der Seite zu und erkannte ihre Unruhe. Sie sah General Hammond an und der erhob sich von seinem Stuhl. „Es ist schon ziemlich spät. Ich denke es ist für alle Beteiligten das Beste, wenn wir morgen weiter machen.“ Als er sah, dass Anise protestieren wollte, hob er die Hand. „Ich denke Daniel Jackson kann ihnen ihre Zimmer zeigen.“ Als die drei das Zimmer verlassen hatten, wandte Carter sich an Amanda. „Was ist los? Was hast du?“ Amanda blickte sie kopfschüttelnd mit gerunzelter Stirn an. „Es ist nichts“, meinte sie dann nach einer Weile. Als alle sie zweifelnd ansahen, zuckte sie mit den Schultern und stand auf. „Es ist wirklich nichts. Ich bin wohl nur müde“, sagte sie und wandte sich zur Tür. „Ich bring sie zu ihrem Zimmer“, bot Jack sich an und führte Amanda aus dem Raum. „Irgendetwas hatte sie“, murmelte Sam wie zu sich selbst und zuckte hilflos mit den Schultern.

 

„Na, wie gefällts dir hier?“ fragte Jack munter drauf los als sie den Raum verlassen hatten. Amanda sah ihn an und musste grinsen als sie seinen Gesichtsausdruck sah. „Naja ein wenig kahl vielleicht, aber für einen unterirdischen Stützpunkt genau richtig“, sagte sie und man konnte ihr Grinsen aus ihrer Stimme heraushören. Jack lächelte auf sie herunter, denn nichts anderes hatte er mit dieser Frage bezweckt. „Hier sind wir dann in deinem Prachtdomizil“, sagte er als sie vor Amandas Zimmer angekommen waren und öffnete schwungvoll die Tür. „Dann bis morgen“, erwiderte sie und schloss die Tür hinter sich. Jack hoffte, dass er sie von ihrer Grüblerei hatte ablenken können.  

Woher kommt mir das hier alles so bekannt vor? Diese Frage ließ sich einfach nicht mehr aus Amandas Kopf verbannen. Ruhelos ging sie in ihrem Zimmer auf und ab und fand einfach nicht die Antwort auf diese Frage. Genervt trat sie schließlich gegen den Schrank, der unter ihrem Tritt erzitterte. Die Tür wurde aufgerissen und ein junger Soldat starrte mit bleichem Gesicht herein. „Ist irgendetwas passiert?“ fragte er zögerlich. Amanda winkte ab und rieb sich unauffällig ihren schmerzenden Zeh an ihrer Wade. „Nein, ich hab mich nur gestoßen.“ Erleichtert schloss der Mann die Tür wieder hinter sich. Mit verbissener Miene ging Amanda zur Tür und schloss sie ab.

Sie wollte keine weiteren Störungen mehr. Ihre Gedanken vollführten auch schon ohne die Soldaten vor ihrer Tür eine wahre Achterbahnfahrt. Sie stellte sich unter die Dusche um einen klaren Kopf zu bekommen und endlich fiel die Anspannung des ganzen Tages von ihr ab. Müde ließ sie sich auf ihr Bett sinken und schloss die Augen um in einen unruhigen Schlaf zu fallen.   Amanda träumte von einem unheimlichen Klopfen aus dem Untergrund, als ihr bewusst wurde, dass es wirklich an die Tür klopfte. Verschlafen krabbelte sie aus dem Bett und brauchte mehrere Versuche um den Schlüssel im Schloss zu drehen und die Tür zu öffnen.

Blinzelnd blickte sie die Person an, die vor ihr stand. „Hast du Hunger?“ fragte eine gut gelaunte Samantha Carter und drückte sich an Amanda vorbei ins Zimmer. Sie hielt ein Tablett mit Toast und anderen Sachen in der Hand und stellte es nun auf dem Bett ab. Amanda gähnte herzhaft und schloss die Tür hinter ihr. „Ich komm gleich wieder“, murmelte sie und tappte ins Bad um sich einen Schwall kaltes Wasser ins Gesicht zu spritzen und dadurch richtig wach zu werden.

Immer noch gähnend, doch jetzt wacher, setzte sie sich zu Samantha aufs Bett und musterte das Frühstücksangebot. Als Amanda ordentlich zugegriffen hatte, kam Sam, wie geahnt, zur Sache. „Heute solltest du dich mit Sandro treffen“, begann Carter. „Ihr solltet euch etwas näher kennen lernen, damit du entscheiden kannst, ob du ein Wirt werden willst. Du wirst natürlich auch mit dem Symbionten reden. Sie heißt Solcha.“ „Sie?“ fragte Amanda erstaunt und blickte von ihrem Toast auf. „Ja“, erwiderte Sam, „hatte ich dir das nicht erzählt? Der Wirt muss nicht zwangsläufig das gleiche Geschlecht wie der Symbiont haben. Und Solcha ist weiblich. Ich denke du wirst dich gut mit ihr verstehen. Mein Dad lebt auch mit einem Symbionten zusammen und sie verstehen sich prima.“ Amanda setzte ein verständiges Lächeln auf, wonach ihr im Moment gar nicht zu mute war. War es eine gute Idee gewesen hier her zu kommen? Hätte sie nicht doch lieber zu ihrer Mutter fahren sollen? Innerlich seufzend sagte sie sich, dass sie nun mal hier sei und konzentrierte sich wieder auf Sams Redeschwall.

„Bist du fertig?“ „Ich zieh mich nur noch schnell an“, meinte Amanda und verschwand mit ihren Sachen unter dem Arm wieder im Bad. Dort sah sie sich lange im Spiegel an und versuchte nicht an das vor ihr liegende zu denken. Nach einem tiefen Durchatmen und nachdem sie sich angezogen hatte, trat sie aus dem Bad heraus um sich dem Tag zu stellen.

  „Hallo“, erwiderte Amanda leise als Sandro in den Raum trat. Er hatte etwas an sich was es ihr unmöglich machte ihn nicht anzusehen. Er setzte sich ihr gegenüber hin und lächelte sie an. Eine unangenehme Pause entstand. Schließlich breitete Sandro die Arme aus um fragte: „Was willst du wissen?“ Amanda zuckte hilflos mit den Achseln und meinte nur: „Alles?“ Nach einiger Zeit fasste sie sich ein Herz und fragte einfach drauf los, was nicht so einfach war, da ihr ziemlich viele Gedanken im Kopf herumschwirrten. „Wie fühlt es sich an?“ „Naja es ist schon gewöhnungsbedürftig seinen Körper nicht mehr für sich alleine zu haben, doch man braucht nicht lange um sich daran zu gewöhnen. Der Symbiont macht es einem in der Hinsicht sehr leicht.“

Amanda nickte und lächelte ihn leicht an. Eigentlich wollte sie sich gar nicht über diesen Symbionten unterhalten, sondern einfach nur mit Sandro reden, doch diesen Gedanken schob sie zur Seite und stellte ihm weitere Fragen über sein Zusammenleben mit Solcha.

Als ihr Magen plötzlich vernehmlich knurrte, sah Amanda wieder auf die Uhr. „Oh, so spät schon.“ Sandro zwinkerte ihr zu und meinte nur: „Du hast wohl Hunger? Komm lass uns was essen gehen.“ Sie standen auf und schlenderten gemeinsam durch den Stützpunkt zur Kantine. Als sie sich etwas zu essen geholt hatten, setzten sie sich an einen Tisch. Amanda sah Sandro nachdenklich an und wusste nicht wie sie ihre Frage stellen sollte. Sandro bemerkte es und half ihr etwas auf die Sprünge. „Du willst mit ihr reden, habe ich recht?“ fragte er und Amanda nickte. Sandro senkte seinen Kopf und blickte nach einer Weile wieder auf. „Hallo, ich bin Solcha“, erklang nun eine Stimme aus seinem Mund, die nicht ihm gehörte. Amanda starrte ihn- oder besser gesagt sie- einen Moment lang ungläubig an. Das war ja besser als Heimkino. Solcha grinste sie an und Amanda kam wieder auf den Boden. „Wie alt bist du?“ war die erste Frage, die ihr einfiel. Solchas Grinsen wurde breiter, doch sie beantwortete die Frage. „Es müssten mittlerweile über 200 Jahre sein. Ich hab irgendwann mal aufgehört zu zählen.“ Als sie Amandas erstaunten Blick sah, fing sie an zu lachen. „Ja ich bin noch ziemlich frisch für mein Alter“, kicherte sie vor sich hin, wobei auch Amanda grinsen musste.

Solcha erzählte über sich und Amanda hörte ihr einfach nur zu. Es schien als wären sie so auf der gleichen Wellenlänge und würden sich gut verstehen. Nach einer Weile kam Sandro wieder als Person in seinen Körper zurück. „Du konntest alles hören was sie gesagt hat?“ fragte Amanda ihn wissbegierig. „Ja“, antwortete Sandro augenzwinkernd und erhob sich. „Wollen wir ein wenig spazieren gehen?“

Gefolgt von einem Soldaten gingen sie gemeinsam zum Aufzug und fuhren nach oben. Sandro lachte und streckte sich als sie in den Sonnenschein hinaustraten. „Das konnte ich schon lange nicht mehr machen. Auf dem Planeten auf dem wir im Moment sind, ist es viel zu gefährlich ohne Waffen nach draußen zu gehen. Es ist schön die Sonne mal wieder ohne einen Angriff zu befürchten zu genießen.“ Als er Amandas erschrockenes Gesicht sah, hielt er in seinem Redeschwall inne. „Nein. Du musst keine Angst haben. Es ist nicht so, dass du in direkter Gefahr wärst, wenn du den Symbionten übernimmst. Die Goa’uld wissen nicht wo wir uns im Moment aufhalten“, versuchte er sie zu beruhigen. „Wer sind die Goa’uld?“ fragte Amanda, da ihr der Name unbekannt vorkam zugleich aber wieder seltsam vertraut. „Die Goa’uld sind Parasiten“, stieß Sandro wütend zwischen den Zähnen hervor. „Entschuldige“, sagte er nach einer Weile mit einem Blick auf Amandas verwirrtes Gesicht. „Sie tragen wie wir eine Larve in sich, doch sie sind wie Parasiten. Sie besetzen den Wirt und unterdrücken seine Persönlichkeit. Der Wirt ist für sie nur ein Mittel zum Zweck, ein Körper durch den sie herrschen können. Die Goa’uld spielen sich als Götter auf und unterdrücken die Menschen auf anderen Planeten. Ihre Untergebenen, die Jaffa, glauben wirklich, dass sie Göttern dienen. Wir konnten schon viele von diesen falschen Göttern vernichten und Planeten von ihrer grausamen Herrschaft befreien.“ Amanda sah ihn nachdenklich an. „Also könnte man sagen, dass die Tok’ra so etwas wie eine Rebellengruppe sind?“ fragte sie vorsichtig um nichts Falsches zu sagen. Sandro nickte zustimmend und hatte sich mittlerweile wieder beruhigt. „Das ist jetzt nicht so wichtig. Du wirst später noch genug darüber erfahren“, meinte er dann leichthin und setzte sich wieder in Bewegung. Amanda runzelte missbilligend die Stirn. „Für mich ist es wichtig. Ich muss mich schließlich entscheiden ob ich ein Wirt werden will“, gab sie leicht gekränkt zurück.

Sandro zuckte mit den Schultern und ging nicht näher auf ihre Bemerkung ein. Ärgerlich folgte Amanda ihm. Irgendwie war er doch anders als sie gedacht hatte. Er brauchte sie doch, da er nicht mehr lange mit dem Symbionten- Solcha verbesserte sie sich in Gedanken- zusammenleben konnte und dann so was. Eingebildeter Pfau. Zeigst deine wahren Seiten auch erst, wenn du sicher bist, das man dir vertraut.

„Na komm schon. Zieh nicht so ein Gesicht“, sagte Sandro als er sich zu Amanda umblickte. Sie seufzte leicht und setzte ein Lächeln auf. ‚Ich mache das nur für Solcha’, sagte sie sich und trat dann zu Sandro, der den Arm um sie legte und sie mit sich über den Platz zog.   Amanda gähnte hinter vorgehaltener Hand, als sie am späten Nachmittag zusammen mit Sandro wieder das Gebäude betrat. Sie traten in den leeren Fahrstuhl und fuhren wieder nach unten. Plötzlich wandte Sandro sich der erstaunten Amanda zu und drückte ihr einen Kuss auf die Lippen. „Was...?“ brachte Amanda hervor, bevor Sandro sie erneut küsste und dabei die Arme um sie legte. Panik stieg in ihr hoch und verdrängte Erinnerungen an den schlimmsten Tag ihres Lebens kamen wieder in ihr hoch. Verzweifelt versuchte sie Sandro von sich wegzustoßen, doch ihr fehlte die Kraft dazu. Was konnte sie nur machen? Sie bekam ihre Hände zwischen ihre Körper und konnte ihn ein Stück von sich wegschieben. Fordernd blickte Sandro in Amandas Augen, doch etwas veränderte sich in seinem Gesicht als er sie anblickte. „Amanda es tut mir Leid“, erklang Solchas Stimme. „Du musst ihn entschuldigen, er ist manchmal ziemlich spontan, wenn er sich etwas in den Kopf gesetzt hat.“ Sie trat von Amanda zurück und blickte sie entschuldigend an. „Ich finde nicht alles gut was er macht, aber ich kann es oft nicht verhindern“, murmelte sie leise. Amanda sagte gar nichts mehr dazu, sondern sprang aus dem Fahrstuhl als dieser anhielt um auf dem schnellsten Weg in ihr Zimmer zu laufen.

„Sandro, du Idiot. Warum musst du alles immer so kompliziert machen?” schalt Solcha ihn in Gedanken. „Warum hörst du in solchen Sachen nie auf mich? Na ich hoffe du hast sie jetzt nicht verscheucht.“ Solcha seufzte und verließ den Fahrstuhl ebenfalls, um Anise von den Gesprächen zu berichten.

  Zitternd warf Amanda sich aufs Bett und vergrub ihr Gesicht im Kopfkissen. Die Erinnerungen drängten jetzt mit aller Macht an die Oberfläche und nur mit einer enormen Willensanstrengung konnte Amanda sie wieder in ihr dunkles Gefängnis verbannen. Schluchzend drehte sie sich auf den Rücken und starrte mit aufgerissenen Augen an die Decke. Nicht noch einmal. Sie wollte so etwas nicht noch einmal erleben. Warum gerade Sandro? Eigentlich fand sie ihn ja recht süß, doch so etwas hätte sie ihm nie zugetraut. Immer noch zitternd drehte sie sich auf die Seite und versuchte alle Erinnerungen an diesen Vorfall von sich zu schieben. Nach einer Weile sank Amanda in einen tiefen, traumlosen Schlaf. Sie erwachte wieder als jemand sie vorsichtig am Arm berührte. Erschrocken riss sie die Augen auf und für vom Bett hoch. Vor ihr stand Samantha Carter und blickte sie erstaunt an. „Du warst nicht beim Essen, deswegen wollte ich nach dir sehen“, sagte sie, hielt aber inne als sie Amandas zitternden Körper sah. „Alles in Ordnung?“ fragte sie besorgt und umrundete das Bett um zu Amanda zu gelangen. Diese setzte sich wieder auf die Bettkante und barg ihr Gesicht in ihren Händen. Samantha legte vorsichtig einen Arm um ihre Schulter und setzte sich neben sie. „Willst du darüber reden? Hat es etwas mit Sandro zu tun?“ fragte sie leise. Amanda sagte eine Zeit lang gar nichts sondern saß einfach nur da, bis ihr Zittern sich langsam gelegt hatte.

Nach einer Weile holte sie einmal tief Luft und blickte Sam an. „Ich kann nicht darüber reden“, meinte sie und schüttelte den Kopf. „Ich will es einfach nur vergessen.“

„Du musst aber darüber reden, wenn es mit Sandro zu tun hat. Es könnte deine Entscheidung beeinflussen“, drängte Carter sie. Amanda schüttelte vehement den Kopf und presste ihre Hände vor die Ohren. Samantha sah sie erstaunt an. So eine Reaktion hatte sie nicht erwartet. Nachdenklich runzelte sie die Stirn. Da musste noch etwas anderes dahinter stecken, denn so verängstigt wie Amanda war, konnte es nicht an einem vor kurzem passiertem Ereignis liegen. „Geht es dir gut?“ fragte sie sanft und drückte Amandas Schulter etwas fester. Diese schüttelte den Kopf und konnte ihre Tränen nun nicht mehr zurückhalten. Schluchzend barg sie ihr Gesicht an Carters Schulter und klammerte sich an ihr fest. Samantha strich ihr beruhigend über die Schulter und ließ sie nicht los. Als die Schluchzer langsam nachließen schob sie Amanda ein Stück von sich weg und blickte in ihr Gesicht. Amandas Augen waren rot angelaufen und ihre Nase lief. Sam kramte in ihren Taschen nach einem Taschentuch und drückte es ihr in die Hand. Nachdem die laufende Nase bekämpft war blickte sie Amanda in die Augen. „Willst du darüber reden?“ fragte sie sanft und strich ihr eine Haarsträhne aus dem Gesicht. Amanda antwortete mit einer komischen Mischung aus einem Schulterzucken und einem Nicken und Sam ließ ihr die Zeit, die sie brauchte um mit ihrer Geschichte zu beginnen. Nachdem Amanda sich nun entschlossen hatte alles zu erzählen, holte sie noch einmal tief Luft und sah Carter fest in die Augen. Mit leiser Stimme begann sie zu erzählen: „Ich war noch nicht lange an der Uni und kannte mich noch nicht so gut aus. Sie wissen ja wie das ist, wenn man irgendwo neu hinkommt. Jedenfalls wollte ich von einer Vorlesung zurück zu meiner Wohnung und hab mich irgendwie verirrt.“ Amanda hielt einen Moment in ihrem Bericht inne um sich auf das Kommende vorzubereiten. Mittlerweile hatte sie ihr Gesicht wieder abgewandt und starrte blicklos auf den Boden als ob sie noch einmal alles erleben würde. „Ich gelangte in einen Korridor in dem ich vorher noch nie gewesen war und wusste natürlich nicht wie ich da herauskommen sollte. Das Gebäude ist ein reines Labyrinth, wenn man sich dort nicht auskennt. Zwei Jungen aus einem meiner Kurse begegneten mir und boten an mich nach draußen zu begleiten. Ich dachte mir natürlich nichts dabei und folgte ihnen ohne zu fragen.“ Amanda begann erneut zu zittern und Sam legte ihr einen Arm um die Schulter und hielt sie fest. „Sie...sie brachten mich in einen leeren Hörsaal und da wurde ich zum ersten Mal stutzig, doch dann ging alles so schnell und ich hatte keine Gelegenheit mehr an irgendetwas zu denken. Der eine hielt mich fest und drückte mich auf den Boden und der andere versuchte mir die Kleider vom Körper zu reißen.“ Ihr Körper zitterte jetzt stärker und Sam drückte Amanda noch fester an sich. Ihr Blick war total entrückt als würde sie alles noch einmal miterleben, als wäre sie noch einmal an diesem Ort aus ihren Erinnerungen. „Ich hatte nur noch Angst. An etwas anderes konnte ich nicht mehr denken. Ich hab versucht mich zu wehren, aber sie waren zu zweit und viel zu stark für mich und nachdem sie mich ein paar mal geschlagen haben, da hab ich einfach aufgehört mich zu wehren. Es war als hätte ich meinen Körper verlassen und wurde nun als unbeteiligter Beobachter zusehen. Sie hatten mir meinen Rock hochgeschoben und der eine wollte gerade... aber da kam eine der Professorinnen mit ihrem Mann in den Raum, da sie wohl etwas vergessen hatte, und.... und sie bewahrten mich davor vergewaltigt zu werden.“ Amanda schluchzte nun wieder unkontrolliert und man konnte kaum verstehen was sie sagte. „Ich hatte noch Glück, aber ich konnte es einfach nicht vergessen. Die beiden Jungen wurden zwar der Uni verwiesen, doch ich hatte furchtbare Angst wieder dort hinzugehen. Sie haben mich beurlaubt und zu einer Therapeutin geschickt, aber vergessen kann ich es trotzdem nicht. Ich versuche es immer in den hintersten Winkel meiner Gedanken zu verdrängen und es gelingt auch meistens. Als Sandro mich dann heute so berührt hat, habe ich einfach Panik bekommen und konnte nicht anders als wegzulaufen.“

Sam strich ihr sanft übers Haar und redete beruhigend auf sie ein. Sie war tief erschüttert von der Geschichte, die sie gerade gehört hatte und konnte sich endlich einen Reim auf Solchas Bericht machen. Amanda blickte mit blutunterlaufenen Augen zu ihr auf. „Sie dürfen es niemandem erzählen. Versprechen sie mir das“, murmelte sie. Carter nickte. „Ich verspreche es dir“, sagte sie und drückte Amanda wieder an sich bis diese aufhörte zu weinen.

„Willst du jetzt schlafen?“ fragte Sam behutsam und wischte Amanda die Tränen aus dem Gesicht. Diese nickte, kroch unter ihre Bettdecke und schloss die Augen. Sam saß noch lange neben ihr um sicher zu gehen, dass sie auch schlief. Als Amandas Atemzüge tiefer wurden erhob sie sich und verließ leise das Zimmer.   „Major?“ begrüßte General Hammond Carter als diese in den Konferenzraum trat. Sam setzte sich neben Daniel Jackson und blickte auf O’Neill und Teal’c, die ihr gegenüber saßen. „Wie geht es ihr?“ wandte Hammond sich erneut an sie. „Sie schläft jetzt“, erwiderte Carter schlicht und rieb sich die von Müdigkeit geröteten Augen. „Und?“ drängte Hammond weiter, da er Solchas Bericht mit angehört hatte und wissen wollte was in seinem Stützpunkt los war. Carter schüttelte den Kopf. „Ich hab ihr versprochen nicht darüber zu reden und das werde ich auch nicht. Ich kann ihnen nur sagen, dass sie ziemlich schlimme Sachen erlebt hat und wir sie nicht noch mehr daran erinnern sollten. Wenn sie ihnen oder Sandro davon erzählen will, dann tut sie das auch, aber wir sollten Amanda nicht dazu drängen etwas zu erzählen, was sie am liebsten vergessen will.“

„In Ordnung.“ Hammond nickte, richtete jedoch noch ein letztes Mal sein Wort an Sam. „Denken sie diese Erinnerungen werden ihre Entscheidung beeinflussen?“ Carter zuckte mit den Schultern. „Ich weiß nicht was in ihrem Kopf vorgeht. Vielleicht, vielleicht auch nicht.“ Der General seufzte. „Die Besprechung ist beendet.“

  „Carter?“ Jack hielt Sam am Arm fest, als sie den Besprechungsraum verlassen wollte. „Geht es ihr wirklich gut?“ Nur Teal’c und Daniel waren noch im Raum und lauschten ihrem Gespräch schweigend. „Wenn ich ehrlich bin Sir es geht ihr im Moment nicht sehr gut, aber ich hoffe sie wird es sich noch überlegen.“ „Es wäre zu spät noch jemand anderen zu suchen“, stellte er fest und Daniel nickte. „Sie ist unsere letzte Hoffnung, wenn wir den Tok’ra noch retten wollen“, sagte er und begann seine Brille zu putzen. „Sir, wir können uns da nicht einmischen“, entgegnete Carter und zog somit alle Blicke auf sich. „Das muss sie selbst entscheiden.“ Jack nickte bedrückt und verließ gemeinsam mit den anderen den Raum.

 

Amanda warf sich unruhig im Bett hin und her und wachte in der Nacht immer wieder auf. Sie hatte Albträume, wie damals als sie dieses schreckliche Erlebnis verkraften musste. Mit einem Schrei auf den Lippen wachte sie in den frühen Morgenstunden auf. Unruhig lief sie in ihrem Zimmer auf und ab und konnte nicht mehr einschlafen. Seufzend zog sie sich gegen sechs Uhr in der Frühe an. Sie war schon lange nicht mehr so früh auf gewesen. Der Wachposten stand immer noch vor ihrer Tür und begleitete sie in die rund um die Uhr geöffnete Cafeteria. So früh am morgen war dort noch nicht viel los und Amanda konnte sich ungestört ihrem Frühstück widmen. Mittlerweile hatten sich ihre Panikattacken etwas gelegt und sie zuckten nicht mehr bei jedem Mann an dem sie vorbeiging zusammen. Der Vorfall vom Tag davor hatte zwar die Erinnerungen wieder wachgerufen, aber da weiter nichts passiert war, konnte sie langsam wieder durchatmen und sich entspannen. „Hallo, darf ich mich setzen?“ erklang es plötzlich neben ihr und sie entdeckte Sams lächelndes Gesicht. „Klar“, meinte Amanda und widmete sich wieder ihren Cornflakes mit Obst. „Wie geht es dir?“ fragte Carter und blickte sie forschend an. „Schon besser“, antwortete sie mit gesenktem Blick ohne sich von ihrem Frühstück ablenken zu lassen.

„Amanda?“ Carters drängender Ton ließ sie aufblicken. „Es geht mir wirklich schon besser“, antwortete Amanda ehrlich und blickte Sam in die Augen. „Ich brauche keinen Psychiater oder so was. Es war nur... es sind nur alte Erinnerungen hochgekommen und das war nicht so toll. Ich muss zwar daran denken, aber es ist nicht so, dass ich gleich voller Panik aus dem Raum stürmen würde, wenn eine Horde Männer hier herein kommt. Es ist schon ok.“ Sam nickte erleichtert. „Ich..“ „Ja?“ Sam sah Amanda aufmerksam an. „Ich weiß nicht ob ich mit Sandro alleine in einem Raum bleiben kann“, flüsterte sie fast und sah Carter bittend an.

„Ich glaube das geht in Ordnung. Wir sollten heute besprechen was alles noch zu klären ist. Du wolltest doch sicher nicht ganz von der Erde weg nicht wahr?“ Amanda nickte und besprach sich mit Sam beim weiteren Frühstück über ihre Wünsche.   Amanda war froher als sie eigentlich zugeben wollte darüber, dass sie heute nicht alleine mit Sandro sprechen musste. Sie hatte sich zwar schon von dem gestrigen Schock erholt, aber dadurch war sie auch wieder vorsichtiger und misstrauischer geworden.

Gemeinsam mit Sam betrat sie den großen Konferenzraum in dem schon der Rest von SG 1, General Hammond und Anise und Sandro versammelt waren. Sie nickte den Anwesenden stumm zu und setzte sich auf einen freien Stuhl. Carter nahm neben ihr Platz und Hammond erklärte die Besprechung für eröffnet.

„Ich denke es gibt da ein paar Details über die wir noch reden müssen“, begann er und blickte sich in der Runde um. Von SG 1 kam ein zustimmendes Murmeln und Nicken wohingegen Anise eher skeptisch aussah. „Sie wissen General, dass die Prozedur in unserer Basis durchgeführt werden muss. Sie haben einfach nicht die technischen Möglichkeiten dafür.“ Sie blickte ebenfalls in die Runde, aber niemand erhob Einspruch. „Das ist uns klar gewesen“, beendete Carter die aufkommende Stille. „Aber wie gesagt Amanda hat sich noch nicht fest entschieden...“ „Wie viel Zeit bleibt dir noch?“ kam die leise Frage von Amanda. Sie starrte Sandro an und wartete auf die Antwort. Aber es war nicht er sondern Solcha, die ihr antwortete. „Etwa einen Monat bevor es zu gefährlich für den Wirt wird. Du solltest dich bis dahin entschieden haben.“ Sie blickte Amanda forschend an und diese erwiderte ihren Blick fest und nickte. „Da ich meine Entscheidung jetzt noch nicht treffen kann, werde ich mir den Monat Zeit nehmen“, sagte sie an Solcha gewandt. „Aber..“, wollte Anise einwenden, wurde aber von der anderen Tok’ra unterbrochen: „Ich bin damit einverstanden.“ Die Unterhaltung wandte sich anderen Details zu, die ebenfalls von großer Bedeutung waren. „Nein“, rief Amanda zwei Stunden später mit unterdrückter Wut in der Stimme. „Wenn ich mich entscheide ein Wirt zu werden, dann will ich hier auf der Erde bleiben. Ich kann nicht einfach meine Mutter zurücklassen und sie denkt ich wäre tot“, sagte sie entrüstet und sprang auf. „Wozu habe ich dann überhaupt angefangen zu studieren? Dann hättet ihr euch auch jemand anderes aussuchen können.“ Kopfschüttelnd ging sie zu dem großen Panoramafenster, das einen Teil der unterirdischen Anlage zeigte. Jemand trat neben sie, sagte aber nichts. Amanda konnte das Spiegelbild von Solcha neben sich in der Fensterscheibe erkennen. „In Ordnung“, sagte sie langsam. „Ich bin damit einverstanden.“ „Aber das kannst du nicht“, rief Anise wütend aus und sprang auf. „Der Rat würde das niemals erlauben. Wenn sie eine Tok’ra wird muss sie auch bei uns leben.“ „Ach sei doch still“, zischte Solcha zurück, „Das ist ja wohl meine Entscheidung.“

„Sie könnte hier arbeiten“, schlug Sam vorsichtig vor, erntete dafür aber nur einen giftigen Blick von Anise. „Wir sollten eine Pause einlegen“, beeilte sich General Hammond zu sagen und verließ gemeinsam mit SG 1 und Amanda eilig den Raum. 

  „Das wollte ich nicht“, murmelte Amanda als sie den Raum verlassen hatten. Sie sah ziemlich blass und elend aus. „Die kriegen sich schon wieder ein“, erklärte Jack gut gelaunt. „Entschuldigung, ich muss mal raus“, brachte Amanda noch hervor und verschwand dann in Richtung Fahrstuhl. Alle blickten ihr verwundert hinterher. „Sie braucht wohl nur etwas Abstand“, erklärte Daniel nach einiger Zeit. „Sie ist ja auch in Begleitung“, setzte er noch lahm hinzu und zuckte dann mit den Schultern. „Colonel, wenn sie in einer Stunde nicht wieder da ist gehen sie sie holen“, befahl Hammond Jack und ging. „Sie haben es gehört. Eine Stunde Pause“, erklärte Jack und die kleine Gruppe löste sich auf.

 

„Sir?“ Jack blickte von seinem Essen auf und musterte den vor ihm stehenden Soldaten. „Sir, sie sollten vielleicht besser mitkommen.“ Erstaunt erhob sich Jack und folgte dem Soldat zum Fahrstuhl, der sie an die Oberfläche beförderte. Der Soldat blieb im Fahrstuhl stehen und die Türen schlossen sich hinter Jack wieder. „Colonel, gut das sie hier sind. Ich wollte sie nicht ohne Aufsicht hier draußen lassen.“ „Was zum Teufel ist den los Samkins?“ machte O’Neill seinem wachsenden Unmut Luft. Samkins zog den Kopf zwischen die Schultern und deutete durch eine Scheibe nach draußen. Jack blickt erstaunt in die angegebene Richtung und sieht sich einem Schleier aus Regen entgegen. In einer entfernten Ecke kann er eine verschwommene Gestalt erkennen, die im strömenden Regen ihre Runden zieht. „Sie stand zuerst ganz ruhig da“, beginnt Samkins nun militärisch korrekt seinen Bericht abzugeben. „Ich habe den Befehl sie überall hin zu begleiten und so habe ich sie auch hier hingebracht und mich im Hintergrund gehalten. Sie stand nur an der offenen Tür und hat nach draußen gesehen und plötzlich wurde sie wütend und hat mit den Füßen gegen die Wand getreten und auch mit den Fäusten darauf eingehämmert. Ich wusste nicht was ich tun sollte, Sir, und als ich dann bei ihr war, schlug sie meine Hand beiseite und ist rausgerannt.“ Jack hatte während des Berichts geschwiegen und nachdenklich aus dem Fenster gesehen. Jetzt drehte er sich zu Samkins um und blickte ihn an. „Ich kümmere mich darum Samkins. Holen sie mir einen Regenschirm und sagen sie danach Major Carter bescheid, dass heute nichts mehr aus den Verhandlungen wird. Sie wird schon wissen was ich meine.“ Samkins salutierte und wandte sich eilig dem Fahrstuhl zu.

O’Neill drehte sich wieder um und starrte gedankenverloren aus dem Fenster. Amanda lief dort draußen noch immer ihre Runden und nur eine unbändige Wut ließ sie nicht vor Erschöpfung zusammenbrechen. Jack kannte dieses Gefühl und konnte sich gut vorstellen was zur Zeit in ihr vorging. Sie war wütend auf sich selbst und zugleich verwirrt, nicht mehr fähig einen klaren Gedanken zu fassen.

Ihm war es genauso ergangen als er vom Tod seines Sohnes erfuhr, der sich mit seiner Dienstwaffe erschossen hatte. Er kannte diese ohnmächtige Wut nur allzu gut. Der zurückkehrende Samkins unterbrach Jacks trübe Gedanken und brachte ihn in die Gegenwart zurück. Mit dem Schirm gerüstet trat O’Neill in den strömenden Regen hinaus und ging auf Amanda zu.   Tränen strömten Amanda über ihr Gesicht, aber das fiel ihr nicht auf, da ihr Gesicht vom ständigen Regen nass war. Ihre Kleidung war durchgeweicht und wurde langsam schwer. Sie hatte sich mittlerweile schon ihrer Schuhe und der Jacke entledigt und lief nun barfuss und nur mit einem dünnen T-Shirt und einer Hose bekleidet durch den Regen.

Sie bemerkte nicht die Blicke der Wachtposten, die sie aus ihren trockenen Häusern ansahen, ebenso wie die aufgeschnittenen Sohlen ihrer nackten Füße. Amanda konnte sich nicht erklären warum sie hier draußen im strömenden Regen Runde um Runde drehte, aber eigentlich wusste sie ganz genau warum sie es tat. Sie war wütend auf sich selbst, auf die Tok’ra, Major Carter und eigentlich die ganze Welt. Warum verlief ihr Leben nie so wie sie es wollte? Warum hatte sie diesem haarsträubenden Vorschlag dieser fremden Frau zugestimmt, die einfach vor ihrer Tür aufgetaucht war? Ihre Gedanken flatterten von einer Richtung in die andere und im Grunde weiß sie, dass sie nur vor ihrem Problemen wegläuft.

Als dieser Gedanke ihr bewusst wird ist es zu viel für ihren Körper. Amanda bricht zusammen und hockt schluchzend auf dem steinigen Boden. Ihre vorherige Energie ist verschwunden, hat sie entgültig verlassen, als sie die Tragweite ihres Gedanken erfasst. Eigentlich ist sie nur hier um vor ihrem Alltag zu fliehen, sie flieht seit sie fast vergewaltigt worden wäre nur noch vor ihren Problemen. Amanda kann einfach nicht mehr anders handeln als sie es tut. Schluchzend und zitternd hockte sie auf dem Boden, innerlich leer und fühlte sich furchtbar einsam, da sie sich selbst von der Welt ausgesperrt hatte und alleine nicht mehr in sie zurückfand.  

Jack fing an zu laufen als er sah, dass Amanda stolperte und hinfiel. Als er bei ihr war wurde er wieder langsamer und beugte sich mit dem Schirm in der Hand über sie. Vorsichtig berührte er sie an der Schulter und half ihr sich aufzusetzen. Verzweifelt blickte ihm Amanda in die Augen. „Was soll ich nur tun?“ murmelte sie immer wieder und brach erneut in Schluchzen aus.

O’Neill hob sie vorsichtig auf seine Arme und versuchte sie beide halbwegs trocken wieder hinein zu bringen. Auf seinem Hinweg hatte er schon ihre Schuhe und ihre Jacke eingesammelt, die jetzt als nasser Haufen auf dem Boden lagen. Amanda schluchzte immer noch und Jack zog sie vorsichtig in seine Arme. Er strich ihr über die nassen Haare und hielt sie eine Zeit lang einfach nur fest. Nach einer Weile wurden Amandas Schluchzer weniger und sie atmete zitternd durch. „Das wird schon wieder“, sagte Jack und klopfte ihr väterlich auf die Schulter. Amanda sah ihn aus geröteten Augen fragend an. „Mir ging es auch mal so wie dir, aber sieh mich jetzt an. Es ist alles wieder in Ordnung. Du wirst schon wissen was du machen willst, wenn es so weit ist.“ Er lächelte sie an und Amanda lächelte schwach zurück. Jack blickte an ihr runter und bemerkte die vielen Schnitte an Amandas Füßen und Beinen. „Na, da sollten wir dich besser zu Doktor Fraser bringen. OK?“ O’Neill blickte sie fragend an. „OK. Ich weiß nur nicht ob ich so laufen kann”, meinte Amanda schniefend und erhob sich. „Na das kriegen wir schon hin“, erwiderte Jack und hob Amanda mühelos auf seine Arme um sie zu Doktor Fraser zu bringen.   „Wie konnten sie das nur zulassen, Colonel?“ brach es wütend aus Janet Fraser hervor. „Meine Güte sie standen doch direkt daneben, warum haben sie ihr nicht gesagt sie soll aufhören?“ Janet starrte Jack entrüstet an, was bei ihrer Körpergröße eher witzig als ernst aussah, da sie O’Neill nur etwa bis zur Brust reichte. Jack versuchte schuldbewusst auszusehen, was ihm aber nicht sonderlich gut gelang. Amanda lag erschöpft auf einem der Krankenbetten und lächelte ihm kurz zu, verzog dann aber sofort wieder das Gesicht als Doktor Fraser ihre Füße mit Desinfektionsmittel behandelte. „Ich muss General Hammond darüber informieren. Sie braucht erst mal eine Pause um sich wieder auszuruhen und zu Kräften zu kommen. Na, die Tok’ra werden sich freuen“, murmelte sie noch mit einem Seitenblick auf O’Neill und verließ dann den Raum.

„Werden sie Ärger bekommen?“ fragte Amanda und konnte ein Gähnen gerade noch so unterdrücken. Jetzt wo sie in dem weichen Bett lag übermannte sie die Müdigkeit, obwohl es noch gar nicht so spät war. „Naja, wird nicht schlimmer als sonst“, meinte Jack leichthin und grinste sie an. Übergangslos wurde er auf einmal ernst. „Ich kann gut verstehen warum du da draußen warst. Manchmal ist man so wütend da muss man irgendwas machen um sich abzureagieren und den Kopf wieder klar zu bekommen. Die Tok’ra werden schon nichts dazu sagen. Daniel ist in solchen Sachen ziemlich diplomatisch.“ Amanda lächelte ihm dankbar zu. „Ich geh dann mal, sonst wird Dok Fraser noch wütender, wenn sie wiederkommt und ich immer noch hier bin. Also dann bis morgen.“ Er winkte ihr noch kurz und verließ dann den Raum.

Amandas Gesicht schien in dem Licht noch blasser als sonst zu sein. Sie schloss die Augen und versuchte zu schlafen, doch obwohl ihr Körper nach Schlaf nur so schrie, ließ ihr Geist ihr keine Ruhe. Nach endlosem hin und herüberlegen was sie in bezug auf Solcha machen sollte, fiel sie schließlich in einen unruhigen Schlaf.   „Amanda. Amanda komm schon wach auf.“ Gähnend und verwundert öffnete Amanda die Augen und blickte in Jacks spitzbübisches Gesicht. Sie schielte auf die Uhr und stellte fest, dass sie nach Doktor Frasers Untersuchung heute morgen gegen sechs wohl doch noch mal eingeschlafen war. „Hunger?“ fragte O’Neill und trat zur Seite und hielt ihr ihre Kleidung hin. Teal’c stand in der Tür und blickte hinaus. „Ich erklär es dir später“, meinte Jack auf ihren Blick hin nur und drehte sich um, damit Amanda in ihre Sachen schlüpfen konnte.

Verwundert folgte sie den beiden leicht humpelnd den Korridor hinunter zu den Fahrstühlen. Als sie im Fahrstuhl standen drehte sich Amanda um, um Jack anzusehen. „Haben sie gestern Ärger bekommen?“ fragte sie leise. „Ach, nicht der Rede wert. General Hammond hat meinen Standpunkt schon verstanden“, erwiderte er augenzwinkernd. „Doch deinen heutigen Standpunkt wird er wohl nicht so leicht hinnehmen“, meinte Teal’c ohne eine Miene zu verziehen. Jack drehte sich in gespielter Entrüstung zu ihm um. „Hätte ich sie etwa den ganzen Tag bei Doktor Fraser lassen sollen?“

„So da wären wir“, erklärte Jack als der Fahrstuhl anhielt und die Türen sich öffneten. Sie traten aus dem Gebäude und in den Sonnenschein hinein. „Es wäre eine Schande den heutigen Tag drinnen zu verbringen“, zwinkerte O’Neill und Amanda grinste ihn an. Sie hatte sich schon auf einen langen Tag im Krankenhausbett eingestellt und konnte sich nichts besseres vorstellen, als aus dem ganzen Kram in dem sie feststeckte mal heraus zukommen. Gut gelaunt stieg sie in Jacks Auto, der sich schwungvoll hinters Lenkrad setzte und den Motor startete. „Teal’c jetzt zieh nicht so ein Gesicht“, neckte er den Jaffa. „Du wolltest schließlich mit.“ Amanda hätte schwören können, dass sich sein Mundwinkel für ein paar Sekunden gehoben hatte. Jack steuerte den Wagen weg von der Militärbasis in ein kleines verschlafenes Örtchen, wo es seiner Meinung nach das beste Frühstück auf der Welt gab. Amanda bezweifelte das, ließ sich aber nicht davon anmerken, da sie froh war die letzen Tage einmal hinter sich lassen zu können. Nachdem Jack für sie ein großes Frühstück bestellt hatte, lehnten sich alle zurück und begannen entspannt über dies und jenes zu plaudern.

 

„Major!“ Sam zuckte leicht zusammen, als sie die Stimme von General Hammond hinter sich im Gang hörte. Langsam drehte sie sich um, um was immer auch kommen würde über sich ergehen zu lassen. Hammond war mittlerweile neben ihr angelangt und blickte sie an. „Major, haben sie eine Ahnung wo Colonel O’Neill sich aufhält?“ Sam blickte ihn verwundert an. Mit so etwas hatte sie nicht gerechnet. „Nein Sir. Das kann ich ihnen nicht sagen.“ Hammond machte ein missmutiges Gesicht. „Die Tok’ra haben um Fortsetzung der Besprechung gebeten, aber ich musste sie leider vertrösten, da Amanda nicht hier ist.“ Der General fing langsam an ziemlich wütend auszusehen. „Wo ist sie denn?“ fragte Carter und wusste im nächsten Moment, dass sie die Frage bereuen würde. „Das sollen sie ja gerade herausfinden“, erklärte Hammond ihr so aufgebracht, wie sie ihn schon lange nicht mehr gesehen hatte. „Colonel O’Neill hat sie einfach mitgenommen und ich hab keine Ahnung wo er mit ihr hin ist. Um noch eins drauf zu setzen Teal’c ist auch nicht mehr da. Sie und Daniel werden dafür sorgen, dass die drei so schnell wie möglich wieder hier sind und das sofort!“ Hammond drehte sich um und verschwand mit hochrotem Kopf um die nächste Ecke. Carter schüttelte ihren Kopf und blickte zur Decke. Dann machte sie sich auf um nach Daniel zu suchen. „Sam!“ „Oh, Daniel ich habe sie gesucht. General Hammond...“, begann Sam, wurde aber von Jackson unterbrochen. „Ja, ich weiß. Ich bin ihm gerade begegnet.“ „Na dann mal los.“ Gemeinsam betraten sie den Fahrstuhl um den Stützpunkt zu verlassen.  

Amanda blickte sich fröhlich am Tisch um. Jack und Teal’c saßen ihr gegenüber und sie unterhielten sich gut gelaunt beim Frühstück. So wohl hatte sie sich schon lange nicht mehr gefühlt. Genüsslich streckt sie sich und blickte dann über die vor ihr angerichteten Leckereien. Sie hatte zwar schon kräftig zugeschlagen, fühlte sich jedoch immer noch hungrig. Jack betrachtete sie mit einem Funkeln in den Augen und beglückwünschte sich innerlich für seine gute Idee.

„Morgen, Sir“, erklang da plötzlich Carters Stimme neben ihnen. Jack blickte doch leicht verdutzt auf. „Wie haben sie uns denn hier gefunden?“ fragte er verwundert und blickte von Sam zu Daniel. „Naja sie hatten mir mal von dem Laden hier erzählt“, meinte Daniel achselzuckend. „General Hammond ist ziemlich sauer auf sie“, ergänzte Sam. „Setzen sie sich doch“, meinte Amanda bevor Jack antworten konnte und rückte ein Stück zur Seite. „Jack war mein strahlender Ritter auf einem weißen Ross“, erklärte sie dann und zwinkerte O’Neill vergnügt zu. Daniel blickte sie verwirrt an, setzte sich dann aber ohne etwas zu sagen. Jack zuckte grinsend mit den Achseln und aß genüsslich sein Frühstück auf. „Will General Hammond das wir zurückkehren?“ fragte Teal’c und lehnte sich zurück. Daniel setzte zu einer Antwort an, aber Jack unterbrach ihn vehement. „Amanda kann wirklich ein wenig Erholung gebrauchen. Sehen sie mich nicht so an Carter, es stimmt.“ Er sah sich um Zustimmung bitten am Tisch um und Amanda fing an zu lachen. Die andern stimmten bald in ihr Gelächter ein und sogar Teal’c zog amüsiert eine Augenbraue hoch.

„So“, meinte Jack und stand auf, „dann gehe ich erst mal bezahlen und dann sehen wir was wir heute noch machen.“ „Jack!“ drohte Daniel ihm, doch dieser reagierte nicht und ging einfach weiter zum Tresen.

  Zufrieden lehnte sich Amanda im Rücksitz von Jacks Wagen zurück. Sie hatten Daniel und Sam überreden können noch nicht zum SGC zurückzukehren und ein wenig in der Gegend rumzufahren. Carter blickte zu ihr hinüber ohne das Amanda davon etwas mitbekam und sah dann wieder nach vorne um im Rückspiegel Jacks Blick zu begegnen. Er zwinkerte ihr vergnügt zu und konzentrierte sich dann wieder auf den Verkehr. Teal’c und Daniel unterhielten sich über irgendeinen alten Text, den Daniel erst kürzlich entdeckt hatte und bemerkten nicht wie eine rosige Farbe Carters Gesicht überzog. Amanda bemerkte diese Veränderung erstaunt und grinste dann vor sich hin. Also gab es bei den Leuten der Army doch manchmal mehr als Freundschaft, auch wenn es nicht erlaubt wurde. Sie wandte sich wieder dem Fenster zu, um die vorbeiziehende Landschaft zu betrachten. Der eben beobachtete Augenblick ließ ihre Gedanken wie von selbst zu Sandro wandern. Sie konnte ihm nicht mehr böse sein, da er ja nichts von ihrer Vorgeschichte gewusst hatte. Ein leiser Seufzer schlich sich aus ihrer Kehle, blieb aber von den anderen unbemerkt. Sie hatte in Bezug auf Solcha immer noch keine Entscheidung getroffen und wusste auch, dass sie es für eine Zeit lang noch nicht tun würde, da irgendetwas in ihr noch nicht dazu bereit war.

Sandro. Ein Lächeln erschien auf ihrem Gesicht. Sie fühlte sich zu ihm hingezogen, wie die Motte zum Licht, auch wenn sie sich den Grund dafür nicht unbedingt vorstellen konnte. Ihre Augen nahmen die Landschaft nicht mehr wahr, sondern wanderten zu einem in ihren Erinnerungen gespeicherten Bild von Sandro als er sie fröhlich anlachte. Ein verzücktes Lächeln erschien auf ihrem Gesicht ohne das sie sich dessen bewusst war. Amanda wusste nicht was sie von dem Gefühlswirrwarr in ihrem Inneren halten sollte, doch das Gefühl von Schmetterlingen im Bauch, dass sie jedes Mal beschlich, wenn sie Sandro sah, war viel zu angenehm um es zu verscheuchen. Von einem Moment auf den nächsten wurde ihr klar, dass sie sich in den schönen Fremden verlieben konnte und machtlos etwas dagegen zu unternehmen war.

Diese Erkenntnis ließ Amanda erstaunt nach Luft schnappen und sie wurde sich ihrer Umgebung wieder bewusst. Sie war wirklich dabei sich zu verlieben und obwohl sie keine Erfahrung darin hatte wie sich das anfühlte, wusste sie das es stimmte. Jacks Stimme riss sie aus ihren verwirrenden Gedanken und sie merkte, dass sie nicht allein in dem Auto saß. „Ja?“ fragte Amanda, da sie nicht den blassesten Schimmer hatte, was Jack sie gefragt hatte. „Ich habe gefragt, ob du Lust auf eine kleine Reittour hast?“ wiederholte er und grinste sie an. „Sehr gern“, ereiferte sie sich und ihre Augen funkelten.  

Jack stand neben Carter an einen Zaun gelehnt draußen und sah Amanda dabei zu wie sie das Pferd freudestrahlend durch die Bahn lenkte. Teal’c sah ebenfalls interessiert zu und ließ sich nicht von Daniel Jacksons Niesen ablenken. Dieser war nicht sehr erfreut gewesen, dass sie auf einen Reiterhof gefahren waren, da er Heuschnupfen hatte.

„Ich frage mich schon die ganze Zeit warum die Tok’ra gerade sie ausgewählt haben“, sagte Sam und blickte zu den anderen hinüber. Jack und Daniel zuckte nur mit den Achseln, um zu bekunden, dass sie auch keinen vernünftigen Grund dafür wussten. Jedoch meldete Teal’c sich zur Überraschung der anderen zu Wort. „Vielleicht hat sie etwas an sich wovon wir nichts wissen, dass für die Tok’ra aber von größtem Wert ist.“ Nachdenklich schwiegen alle nach diesen Worten und blickten auf den Reitplatz hinaus.  

Die Rückfahrt zum SGC am frühen Nachmittag verlief weitgehend schweigend. Zuerst hatte Amanda noch von ihrem Ritt erzählt und darüber geschwärmt, aber nachdem sie etwas gegessen hatten und ein wenig durch die Kleinstadt in der Nähe gebummelt waren, hatte sie sich entschlossen ein wenig zu dösen. Den Kopf an Carters Schulter gelehnt saß sie im Auto und lauschte auf das einschläfernde Geräusch der Reifen auf dem Asphalt.

Als sie an der Schulter geschüttelt wurde, bemerkte sie erst, das sie wirklich eingeschlafen war. Müde rieb sie sich die Augen um zu sehen wo sie waren. „Wir sind wieder da“, erklang Sams Stimme neben ihr und Amanda erkannte das sie auf das Militärgelände rollten. Zusammen stiegen alle aus dem Auto und betraten den Fahrstuhl, der sie wieder in die unterirdische Basis bringen sollte. Als O’Neill auf dem Gang der Ebene von ihrem Zimmer plötzlich stehen blieb, konnte sie gerade noch anhalten um nicht in ihn hineinzulaufen. Vorsichtig blickte sie um ihn herum und sah den Grund warum er stehen geblieben war- General Hammond. „Darf ich erfahren was das alles zu bedeuten hat, Colonel?“ fragte Hammond mir unterdrücktem Zorn und stemmte die Arme in die Hüften. „Sir..“, begann Jack, wusste dann nicht mehr was er sagen sollte und blickte sich um Unterstützung suchend um. Diese kam aber von unerwarteter Stelle. „Sir, das war alles meine Schuld“, meldete Amanda sich zu Wort und schob sich an O’Neill vorbei. Alle schauten sie verdutzt an und sie ließ zerknirscht den Kopf hängen. „Naja, ich hab den Colonel gebeten mir die Umgebung zu zeigen und da hat er zugestimmt, aber nur weil ich ihm sagte, dass ich um Erlaubnis gefragt hatte.“ Hammond zog die Augenbrauen hoch und blickte sie verwundert an. „Aber was..?“ brachte er hervor, konnte seine Frage aber nicht beenden, da Amanda ihm ins Wort fiel: „Major Carter und Daniel Jackson haben keine Schuld daran, dass wir so spät sind, Sir, es tut mir leid, Sir.“ Amanda blickte ihn um Verzeihung bittend an und man sah schon die Tränen in ihren Augen schimmern. „Na gut“, brummelte der General vor sich hin und wandte sich ab. „In einer Stunde treffen wir uns wieder im Konferenzraum“, sagte er noch über die Schulter und verschwand dann.

Amanda drehte sich zu den anderen um und blickte in erstaunte Gesichter. „Naja eigentlich bin ich ja auch Schuld dran“, meinte sie mit einem Augenzwinkern und brach dann in Gekicher über den Anblick von SG 1 aus. „Ich wusste doch, dass sich der Schauspielkurs irgendwann bezahlt machen würde“, erklärte sie achselzuckend, „aber kein Wort davon zu General Hammond.“ Mit diesen Worten drehte sie sich um und ließ die völlig verdatterten Teammitglieder stehen.

  Als Janet Fraser gehört hatte, dass Amanda wieder da war, hatte sie sie gleich unter ihre Fuchtel genommen und sie auf die Krankenstation gebracht. Sie überhörte Amandas Beteuerungen, dass es ihr gut ging und untersuchte sie erst einmal gründlich, konnte jedoch nichts unnormales feststellen. Ihre Schnittverletzungen vom Vortag schienen sie nicht zu behindern und verheilten gut. Erst als ihr Amanda vom weiteren Treffen mit den Tok’ra berichtete, ließ sie sie gehen, damit sie sich noch umziehen konnte. Janet konnte sich ihr mütterliches Verhalten nicht erklären, doch es konnte damit zusammenhängen das ihre kleine Cassandra langsam erwachsen wurde oder es eigentlich schon war. Amanda war schon älter als sie, aber sie schien viel jünger zu sein und das lockte den Beschützerinstinkt in Janet hervor. Seufzend schüttelte sie den Kopf und wandte sich wieder ihrer Arbeit zu.

 

Amanda kicherte über Sandros Witz und lehnte sich in ihrem Stuhl zurück. Sei saßen in General Hammonds Büro und unterhielten sich ungestört. Anise und SG 1 mussten draußen bleiben und warteten auf sie im Konferenzzimmer, da Sandro unbedingt mit ihr alleine sprechen wollte. „Dann ist ja alles klar“, meinte er nach einer Weile und erhob sich. „Was wird Anise dazu sagen?“  fragte Amanda gespannt und erhob sich ebenfalls. „Das ist meine Entscheidung“, erklärte Sandro ihr bestimmt und drückte sie kurz an sich. Eine leichte Röte überzog Amandas Gesicht und ließ Sandros Herz einen Sprung machen. Vielleicht empfand sie ja auch mehr für ihn als bloße Freundschaft. Verschmitzt lächelnd verließ er den Raum mit Amanda auf den Fersen um ihre Entscheidung zu verkünden. Alle blickten sie erwartungsvoll an als sie den Raum betraten und sich nebeneinander an den Tisch setzten. „Als erstes“, begann Sandro und sah dabei Anise an, „was ich jetzt sage ist zwischen uns so vereinbart und ich gebe niemandem das Recht an dieser Vereinbarung etwas zu ändern. Amanda hat um einen Monat Bedenkzeit gebeten um sich zu entscheiden ob sie Solchas neuer Wirt wird und wir haben uns damit einverstanden erklärt. Solcha ist ebenfalls damit einverstanden, dass Amanda ihr Studium beendet und wenn sie will einen Job auf der Erde also hier im SGC annehmen kann.“ Er hob bestimmend die Hand als Anise etwas einwenden wollte. „Ich habe gesagt es ist so vereinbart und das wir uns da auch nicht mehr hereinreden lassen. Du musst dich damit abfinden und die anderen Tok’ra ebenfalls.“ Sandro nickte Amanda lächelnd zu und verließ gemeinsam mit ihr den Raum. „Na das wäre dann wohl geklärt“, sagte Jack in die entstandene Stille hinein und erhob sich ebenfalls vom Tisch. General Hammond drehte sich zu der leicht verkniffen blickenden Anise um und sagte: „Da es schon ziemlich spät geworden ist, hoffe ich, dass sie noch bis morgen hier bleiben werden und dann erst abreisen.“ Mehr als ein wortloses Nicken als Antwort erhielt er nicht.  

„Hier ist mein Zimmer“, erklärte Amanda, als sie vor einer Tür stehen blieben. Sie ärgerte sich als ihr schon wieder das Blut ins Gesicht stieg und sie nicht wusste was sie sagen sollte. Sandro lächelte sie an und es verschlug ihr den Atem, denn sie hatte sich noch nie zu jemandem so hingezogen gefühlt wie zu Sandro. „Naja, ich hoffe wir sehen uns morgen noch, wenn ich abreise“, meinte er und nickte ihr zu. „Gute Nacht.“ „Gute Nacht.“ Er wollte sich schon umdrehen als Amanda sich plötzlich vorbeugte und ihm einen Kuss auf die Wange hauchte.

Von ihrer eigenen Kühnheit überrascht huschte sie in ihr Zimmer, schloss mit klopfendem Herzen die Tür hinter sich und ließ Sandro verträumt grinsend auf dem Gang stehen.   Am nächsten Morgen wartete Amanda gemeinsam mit SG 1 im Torraum um Sandro und Anise zu verabschieden. Bewundern betrachtete sie das vor ihr aufragende Stargate, was sie nun zum ersten Mal zu sehen bekam. Sie ließ Daniel Jacksons Erklärungen über den Fundort des Tores einfach an sich vorbeiströmen ohne der Rede viel Aufmerksamkeit zu schenken.

Jetzt wo der Moment des Abschieds gekommen war, war sie doch ein wenig traurig Sandro erst mal nicht mehr zu sehen, da sie ihn nun mehr als freundschaftlich betrachtete, aber auch der Anblick des Stargates riss sie aus allen Wolken. Amanda hätte sich nie vorstellen können, dass es wirklich eine Möglichkeit geben würde zu anderen Planeten zu reisen.

Jemand tippte sie an und sie blickte in Jacks grinsendes Gesicht. „Ist schon ein toller Anblick auch wenn man dran gewöhnt ist“, meinte er leise zu ihr. „Aber warte wenn das Wurmloch gleich aufgebaut wird, das ist noch sehenswerter.“ „Chevron sechs aktiviert“, erklang eine Stimme aus den Lautsprechern, die Amanda erst jetzt bemerkte. „Chevron sieben aktiviert“, erklang die Stimme noch einmal und vor Staunen vergaß Amanda alles andere um sich herum. O’Neill hatte Recht gehabt, denn zuzusehen wie sich ein Wurmloch aufbaute war einfach faszinierend. Sie bemerkte eine Bewegung hinter sich und sah wie General Hammond gefolgt von Anise und Sandro den Torraum betrat. „Es ist wie immer eine Freude sie hier gehabt zu haben“, erklärte der General gerade und nickte seinen Gästen zu. „Uns erging es genau so“, erwiderte Anise und wandte sich dem Stargate zu, aber nicht ohne ein paar Abschiedsworte an SG 1 zu richten.

Sandro ging auf Amanda zu und schloss sie in die Arme. „Du wirst die richtige Entscheidung treffen“, flüsterte er ihr zu, bevor er sich von ihr löste und zusammen mit Anise durch das Wurmloch trat. Amanda blickte ihm hinterher und war dankbar für seine letzten Worte, als sie Carter auf sich zukommen sah. „Wenn du deine Sachen packst, kann ich dich nach Hause bringen“, sagte sie und verließ mit Amanda, nach deren zustimmendem Nicken, den Torraum.

  „Ok da wären wir“, sagte Carter und öffnete die Tür des Wagens. Sie standen wieder vor dem Miethaus, wo Amanda ihre Wohnung zusammen mit Chloe bewohnte. Es kam ihr so vor als wäre sie eine Ewigkeit weg gewesen, was wohl an dem vielen Neuen lag, dass sie erfahren hatte. Jack hatte bereits ihre Tasche aus dem Kofferraum geholt, denn sie konnten ihn nicht davon abbringen mitzufahren. „Danke.“ Amanda lächelte herzlich als er ihr ihre Tasche reichte. Sam umarmte sie und stieg dann wieder ins Auto ein. „Also du hast unsere Nummer und weißt wann du uns erreichen kannst?“ fragte Carter sie erneut. „Ja ich hab alles und ich melde mich dann in spätestens einem Monat“, erklärte Amanda noch mal und lächelte. Jack und Sam schlossen die Türen und fuhren los, von Amanda beobachtet bis sie aus ihrem Blickfeld verschwanden.

Seufzend drehte sie sich um und steuerte auf den Eingang des Hauses zu. Sie hatte in nächster Zeit viel, worüber sie nachdenken musste.

  „Hey Mum“, sagte Amanda zu der Person am anderen Ende der Telefonleitung. „Hallo meine Kleine. Wie geht es dir?“ fragte Melissa Clark sie fröhlich. „Gut, mir geht es wirklich gut Mum“, erwiderte Amanda aus vollem Herzen. „Ich dachte mir ich komme dieses Wochenende vorbei, wo ich schon vor zwei Wochen keine Zeit hatte. Außerdem ist es dein Geburtstag und den sollten wir feiern.“ „Ja, komm ruhig vorbei. Jennifer und Andrew werden auch da sein“, erzählte Amandas Mutter ihr und man konnte ihr die Freude in der Stimme anhören. „Stimmt ich hab die beiden schon lange nicht mehr gesehen. Also dann bis Morgen Mum.“ „Ich freue mich, dass du kommst Amanda“, sagte Melissa noch und legte dann auf. Geistesabwesend löste Amanda ihren Finger von der Telefonschnur und legte den Hörer auf die Gabel. Sie freute sich wirklich ihre Familie zu sehen und nach den vorangegangenen zwei Wochen wollte sie wieder jemanden sehen, von dem sie wusste, dass er sie liebte. Amanda ließ sich in ihren Sessel zurücksinken und schloss die Augen. Erwartungsgemäß begann sie wieder nachzudenken, wie sie es in den vergangenen zwei Wochen in jeder freien Minute getan hatte. Jetzt hatte sie beschlossen, dass sie erst mal eine Pause brauchte und sie Heimweh nach zu Hause hatte.

Obwohl ihre Mutter auch in Virginia lebte, fand Amanda nicht oft genug Zeit um sie zu besuchen, da das Studium sie meistens voll in Beschlag nahm. Es kam ihr immer etwas dazwischen, genauso wie das Ereignis vor zwei Wochen. Nach Major Carters Behauptung es gäbe wirklich Außerirdische und dem Wochenende im SGC wo sie festgestellt hatte, dass diese Behauptung der Wahrheit entsprach, hatte sich ihr ganzes Leben verändert.

Es kam ihr wie eine Ewigkeit vor, dass sie noch ‚normal’ gewesen war. Die Gedanken wegschiebend stand sie auf um ein paar Sachen zusammenzupacken. „Mit wem hast du telefoniert?“ fragte Chloe, die in ihrer Zimmertür stand. „Mit meiner Mutter. Ich will morgen mal wieder nach Hause fahren“, erklärte Amanda und sah sie an. „Ach so“, meinte sie dann grinsend und drehte sich um, „Deine neue Eroberung will kommen. Wie heißt er denn diesmal? Jimmy?“ „Nein, Collin. Und er ist wirklich furchtbar nett und wir verstehen uns sehr gut.“ „Na wie lange wohl“, murmelte Amanda leise als sie in ihrem Schrank wühlte. „ich bin froh, dass du nichts dagegen hast“, meinte Chloe und verschwand in ihr eigenes Zimmer, wahrscheinlich um Collin anzurufen. Seufzend packte Amanda ein paar Sachen zusammen, die sie übers Wochenende brauchen würde. Das Geschenk für ihre Mutter wanderte auch mit in die Tasche, die sie neben ihre Tür stellte. Sie musste morgen noch ein zwei Vorlesungen überstehen, dann konnte sie losfahren. Ach und die Blumen, die sie unterwegs besorgen wollte, durfte sie auch nicht vergessen.   „Hallo mein Schatz komm doch rein“, sagte Melissa Clark als sie dir Tür für ihre jüngste Tochter öffnete. „Herzlichen Glückwunsch zum Geburtstag, Mum“, meinte Amanda und stellte ihre Tasche ab um ihre Mutter zu umarmen und ihr den riesigen Blumenstrauß, den sie mitgebracht hatte, zu überreichen. „Bring deine Sachen doch hoch und komm dann in die Küche. Deine Geschwister wollten auch bald hier sein“, erzählte Melissa und trug die Blumen in die Küche. Amanda schloss die Haustür hinter sich und wandte sich der Treppe zum ersten Stockwerk zu.

Als sie in ihrem Zimmer ankam musste sie lächeln, denn ihre Mutter hatte nichts daran verändert. Es standen sogar ein paar frische Blumen auf dem Tisch und das Bett war frisch bezogen. Sie ließ sich darauf sinken und blickte sich im Raum um. Ihr alter Teddybär grinste sie von einem Regal mit nur noch einem Auge an. Amanda hatte nicht gewollt, dass er ein neues bekam, da er so verwegener aussah. Erinnerungen aus der Zeit in der sie noch häufiger zu Hause gewesen war stürmten auf sie ein.

Seufzend erhob sie sich nach einem Augenblick und packte die wenigen Sachen, die sie mitgebracht hatte, aus. Sie wollte ihre Erinnerungen für eine Zeit ruhen lassen und sich auf die Gegenwart konzentrieren. Lächelnd betrat sie die Küche im unteren Stockwerk und küsste ihre Mutter auf die Wange. „Das riecht fantastisch, aber eigentlich hätten wir dich an deinem Geburtstag einladen müssen“, erklärte sie ihrer Mutter leicht vorwurfsvoll. „Ach, red doch keinen Unsinn“, meinte Melissa nur und strich ihr über die Wange. „Ich sehe doch dass du schon ganz vom Fleisch gefallen bist. Und glätte deine Denkfalten auf der Stirn, heute wollen wir feiern.“ Amanda setzte sich auf einen Stuhl an den Küchentisch und sah ihrer Mutter beim kochen zu. Früher hatte sie es geliebt hier zu sitzen und so zu tun, als ob sie eine Prinzessin wäre und ihre Mutter ihre Köchin. Diese hatte immer lachend mitgespielt und ihr einmal sogar eine kleine Krone gebastelt, die immer noch in ihrem Zimmer sein müsste.

Als es an der Tür klingelte, bat ihre Mutter sie diese zu öffnen. „Hallo, kleines Schwesterchen“, erklang es von Andrew und Jennifer, die zusammen vor der Tür standen. Amanda lächelte sie an und umarmte beide, bevor sie zu dritt die Küche betraten. Ihre Geschwister begrüßten ihre Mutter und überreichten ihr ihre Geschenke, wobei Amanda einfiel, dass ihr Geschenk immer noch in ihrer Tasche war. Sie ging nach oben um es zu holen.

  Als sie zurückkam, blieb Amanda in der Tür der Küche stehen. Sie erblickte ein so vertrautes Bild, dass es ihr für einen Augenblick die Kehle zuschnürte. Ihre Mutter stand am Herd und unterhielt sich mit ihrem Bruder, der an die Anrichte angelehnt dastand, während ihre Schwester den Tisch deckte. So war es früher oft gewesen, doch meistens saß abends noch ihr Vater am Tisch und las die Tageszeitung, da er gerade erst von der Arbeit gekommen war. Amanda war dann immer auf ihn zugelaufen und er hatte sie auf seinen Schoß gehoben und gefragt wie der Tag seiner kleinen Prinzessin gewesen sei. Ihre Schwester sah sie in der Tür stehen und lächelte ihr zu und so unterdrückte Amanda die Tränen, die ihr in die Augen stiegen. Sie holte Besteck und half mit den Tisch zu decken, nachdem sie das Geschenk für ihre Mutter an seinen Platz gelegt hatte. Ihre Mutter sah es und flüsterte ihr zu, dass sie es später aufmachen würde.

Amanda verbrachte einen lockeren Abend mit ihrer Familie zusammen und alle scherzten und lachten und amüsierten sich prächtig. Jennifer und Andrew mussten sich nach dem Abendessen schon bald verabschieden, da sie am nächsten Tag früh raus mussten, auch wenn Wochenende war. Nachdem Amanda und ihre Mutter den Geschirrspüler eingeräumt hatten, setzten sie sich gemütlich vor den Kamin und Melissa packte ihre Geburtstagsgeschenke aus. Über Amandas selbst gemaltes Bild freute sie sich am meisten und überlegte schon wo sie es hinhängen sollte.

Es war schon kurz vor Mitternacht als Amanda in ihr Zimmer ging und sich in das vertraute Bett sinken ließ. Bald darauf schlief sie auch ein und begann zu träumen.   Ausgeschlafen kam Amanda am nächsten Morgen in die Küche wo ihre Mutter schon das Frühstück bereitgestellt hatte. „Na gut geschlafen?“ fragte Melissa ihre Tochter, die sich wohlig streckte. „So gut wie schon lange nicht mehr“, entgegnete Amanda und setzte sich an den Frühstückstisch. Eine Weile lang genossen sie still das Essen bis Amanda ihren Kopf hob und ihre Mutter anblickte.

„Sind Daddys Sachen noch auf dem Speicher?“ fragte sie ohne zu wissen warum. Ihre Mutter sah sie erstaunt an, antwortete aber trotzdem. „Ja, die Sachen sind noch da. Sie müssten hinten in der Ecke bei dem großen Spiegel stehen. Warum willst du das wissen?“ „Ich wollte mir die Sachen nur mal wieder ansehen“, entgegnete Amanda und aß weiter.

  Nach dem Frühstück stieg Amanda die Treppe zum Dachboden hoch und drückte die leicht klemmende Tür auf. Sonnenlicht flutete durch die großen Fenster herein und wurde durch den aufwirbelnden Staub sichtbar gemacht. Amanda musste niesen als ihr der Staub in die Nase stieg, den ihre Füße vom Boden lostraten. Als sie sich umsah, stellte sie fest, dass schon lange niemand mehr hier gewesen war, da die Staubschicht vor ihr eine geschlossene Decke bildete. Am anderen Ende des Bodens entdeckte sie eine eingehüllte Silhouette, die der Spiegel sein musste, den ihre Mutter erwähnt hatte. Vorsichtig bahnte Amanda sich einen Weg durch die abgestellten Dinge und versuchte nicht zu viel Staub vom Boden aufzuwirbeln. Sie entdeckte neben dem Spiegel eine Truhe in der die Sachen ihres Vaters liegen mussten.

Vorsichtig wischte sie den Staub von der Truhe und öffnete sie dann. Ihr Hals wurde ihr eng als sie in das lachende Gesicht ihres Vaters blickte, der sie aus einem Rahmen oben in der Kiste anblickte. Jeremy Clark war der zweite Mann ihrer Mutter gewesen und hatte wegen Amandas Geschwistern ihren Namen angenommen. Amanda war als Nachzüglerin geboren worden, obwohl ihre Mutter keine Kinder mehr haben wollte, doch sie hatte Amandas Vater aus Liebe geheiratet und so kam Amanda zur Welt. Jeremy Clark hatte Amandas Geschwister immer wie seine eigenen Kinder behandelt, da ihr Vater ein Jahr bevor Melissa und Jeremy sich kennen lernten bei einem Unfall gestorben war.

Amanda legte das alte Bild beiseite und entdeckte darunter noch mehr Fotographien. Ein Bild zeigte Amanda wie sie als Baby auf einer Decke im Garten lag und ihr Vater neben ihr eingeschlafen war. Ein anderes zeigte die ganze Familie bei einem Picknick am See, wo sie oft den Sommer verbracht hatten. Dann war da noch ein Bild bei dem Amanda nun wirklich die Tränen in die Augen schossen, denn es war das letzte Mal, dass sie ihren Vater gesehen hatte. Das Bild zeigte Amanda wie sie auf einem Karussellpferd saß mit ihrem Vater neben sich, der aufpasste, dass sie nicht hinunter fiel. Sie musste zu der Zeit etwa fünf oder sechs Jahre gewesen sein und ihr Vater war mit ihr ganz allein auf den Jahrmarkt gegangen. Damals hatte sie sich nichts dabei gedacht und sich nur darüber gefreut ihn mal ganz für sich allein zu haben. Er hatte einen großen Teddybären für sie gewonnen und sie hatten viel Spaß mit den Attraktionen gehabt. Als sie abends wieder vor ihrem Haus standen, war ihr Vater nicht sofort aus dem Auto gestiegen, sondern noch eine Weile stumm darin sitzen geblieben bis er sich zu ihr umdrehte. Er hatte ihr fest in die Augen geblickt und sie gebeten sich seine Worte gut einzuprägen. Amanda hatte nur genickt und ihm zugehört. Seine Worte von damals erklangen jetzt wieder in ihrem Kopf und sie schloss gequält ihre Augen. „Ich liebe dich mein Schatz, wie nichts anderes auf der Welt, doch ich muss von dir fortgehen. Meine Freunde brauchen mich und ich muss ihnen helfen, denn dazu habe ich mich verpflichtet. Du kannst das alles jetzt nicht verstehen, denn dazu bist du noch zu jung, doch deine Mutter wird dir später alles erklären.“

Dann brachte er sie ins Haus und sie sah ihn niemals wieder. Tränen strömten Amanda übers Gesicht und sie wischte sie fort um sich den Rest der Sachen anzusehen. Es war Kleidung und Bücher dabei, aber auch einige persönlichere Dinge von ihrem Vater, die ihre Mutter aufgehoben hatte. Ihr Vater hatte als er gegangen war, die meisten seiner Sachen bei ihnen gelassen. Ganz unten am Boden der Truhe entdeckte sie einen Gegenstand, der ihr seltsam bekannt vorkam.

Immer noch das seltsame Ding in Händen haltend, stieg sie die Treppe hinunter um ihre Mutter zu suchen, die sie schließlich im Wohnzimmer beim Sticken fand. „Mum, was ist das? Gehörte das Daddy?“ fragte sie ihre Mutter, die jetzt zu ihr aufblickte und seufzte. „Ich denke die Zeit ist jetzt gekommen“, meinte Melissa und bedeutete Amanda sich zu ihr auf das Sofa zu setzen.  

„Carter, sie haben mir doch versprochen an ihrem nächsten freien Wochenende mit mir Angeln zu gehen“, sagte Jack, während er sich an Sams Arbeitstisch lehnte. „Sie wissen, dass ich hier nicht weg kann, Sir. Ich hab noch viel zu erledigen und das schaffe ich nun mal nur jetzt“, erklärte sie ohne ihn anzublicken. Auch ohne das sie es aussprechen musste, wussten beide weswegen sie an ihrem freien Tag im SGC blieben. Alle warteten auf einen Anruf. „Carter“, begann Jack gerade wieder, als das Telefon zu läuten begann. Beide starrten darauf bis Sam sich ein Herz fasste und den Hörer abnahm.

„Carter“, meldete sie sich und schaltete den Lautsprecher an. „Ich werde es machen“, erklang Amandas Stimme ohne Umschweife vom anderen Ende der Leitung. „Nächstes Wochenende kann es von mir aus losgehen.“ „Das ist toll“, konnte Carter nur sagen und Jack erklärte: „Wir holen dich dann ab.“ „Ich rufe wegen der genauen Zeit und so noch mal an“, sagte Amanda nur noch und legte dann auf. Eine Zeit lang rührten Jack und Sam sich nicht bis dann Bewegung in sie hineinkam und beide sich auf dem schnellsten Weg zu General Hammond aufmachten.   Amanda hatte allen erklärt sie würde in ihren Semesterferien wegfahren um sich ein wenig vom Stress zu erholen und keiner hatte weiter nachgefragt. Nun stand sie vor der Tür ihres Wohnhauses und wartete auf Jack und Sam, die sie abholen wollten. Sie wusste sie hatte die richtige Entscheidung getroffen, doch sie hatte trotzdem Angst davor. Es würde ihr ganzes Leben verändern.

Als ein Wagen um die Ecke bog, blickte sie auf und lächelte. Amanda hatte schon vorher gewusst wen sie zu sehen bekommen würde, doch es überraschte sie immer noch, wie die beiden ohne Militärkleidung aussahen. Der Wagen hielt vor ihr an und Jack sprang heraus um ihr die Hand zu schütteln und ihre Taschen einzuladen. Carter stieg auch aus und umarmte sie. „Schön das du angerufen hast“, sagte sie und Amanda spürte, dass sie es auch so meinte. Gemeinsam stiegen sie wieder ein und fuhren los. O’Neill und Carter versuchten ein Gespräch mit Amanda in Gang zu bringen, aber da ihre Antworten immer einsilbiger wurden je weiter sie fuhren, ließen sie es schließlich bleiben und unterhielten sich über militärische Dinge.

Amanda blickte aus dem Wagenfenster und versank ganz in ihren Gedanken. Sie hatte sich zwar entschieden ein Wirt für einen Symbionten zu werden, doch vorher gab es da noch ein paar Fragen auf die sie unbedingt eine Antwort haben wollte.   Nachdem sie im Stargate Center angekommen waren, erklärte Carter Amanda, dass sie nicht vor dem nächsten Morgen zu den Tok’ra abreisen würden und sie wieder ihr altes Zimmer beziehen könne. Amanda packte dort einen Teil ihrer Sachen aus, da sie nicht wusste wie viel sie zu dem ihr fremden Planeten mitnehmen sollte. Dann wanderte sie ein wenig durch die Militärbasis, von ihrem schon bekanntem Schatten Samkins gefolgt.

Sie betrat gerade den Kontrollraum des Stargates, als ein eingehendes Wurmloch angekündigt wurde. Es schien kein feindlicher Angriff zu sein, also entspannte Amanda sich wieder. Durch die Scheibe sah sie wie General Hammond und Major Carter den Torraum betraten, um die durch das Tor getretene Person zu begrüßen. Die zum Angriff aufgestellten Soldaten verließen gemeinsam mit den drei Personen den Torraum.

„Wer war das gerade?“ fragte Amanda und sah dabei Samkins an. „Das war Jacob Carter, Major Carters Vater. Er ist ein Tok’ra“, antwortete Samkins und bedeutete ihr ihm zu folgen. Etwas schüchtern schüttelte Amanda Sams Vater die Hand, als sie vor ihm stand. Ihre Schüchternheit verflog jedoch schnell. Sie saßen im Konferenzraum und Jacob klärte Amanda über ihre Reise durch das Stargate auf. Amanda sah ihn bei seinem Vortrag an, musterte ihn unauffällig und überlegte ob er der Richtige für ihre Fragen war. Nach einer Weile entschied sie sich, dass sie den richtigen Ansprechpartner vor sich hatte und wartete auf das Ende der Besprechung mit SG 1 und General Hammond. „Darf ich sie etwas fragen?“ sprach Amanda Jacob an, als alle aufstanden. Sam neben sich stehend, nickte er. „Warum haben sie gerade mich ausgewählt?“ fragte Amanda und blickte ihm fest in die Augen. Auch die anderen standen jetzt auf eine Antwort wartend da. Jacob konnte Amanda nicht in die Augen sehen und da wusste sie die Antwort. Erbleichend sank sie auf einen Stuhl, während ihre Augen immer noch auf Sams Vater fixiert waren.

„Ich weiß nichts genaues darüber“, erklärte Jacob ausweichend und blickte erschrocken auf als Amanda wieder sprach. „Aber ich. Es ist wegen meinem Vater…mein Vater war auch ein Tok’ra.“

  „Bereit?“ Jack O’Neill blickte Amanda aufmerksam ins Gesicht, als sie auf das Stargate zutraten. Diese konnte nur nicken und schluckte dann schwer. „So schlimm ist es auch nicht“, erklärte Jack und klopfte ihr aufmunternd auf die Schulter. Amanda nickte erneut und betrat zusammen mit SG 1 und Jacob Carter die Rampe, die zum Stargate führte. Unbehaglich sah sie der schimmernden Oberfläche entgegen, fasste sich dann aber und trat hindurch. Es kam ihr so vor als wäre sie plötzlich in eine Waschmaschine geraten und Amandas Orientierungssinn ging ihr für einige Zeit abhanden. Auf der anderen Seite stolperte sie aus dem Stargate, wurde aber sofort von Jack wieder auf die Füße gestellt. „Na so schlimm war es doch gar nicht“, meinte er gut gelaunt, bevor er zusammen mit Jacob die Führung zum Unterschlupf der Tok’ra übernahm.

Zuerst gab es für Amanda nicht so viel zu sehen, da Jacob sie durch einen dichten Wald führte, aber als sie durch einen Eingang in einen unterirdischen Gang stiegen, riss Amanda vor staunen ihre Augen auf. So einen Tunnel hatte sie vorher noch nie gesehen. Sam lächelte, als sie Amandas Staunen bemerkte und erklärte ihr wie die Erschaffung eines solchen Tunnels vor sich ging.

Dann wurden sie vom Rat der Tok’ra begrüßt, doch Amanda hatte nur Augen für Sandro, der neben den Ratsmitgliedern stand. Er sah nicht besonders gut aus und sie hoffte, dass sie ihre Entscheidung nicht zu lange hinausgezögert hatte. Doch als er ihren Blick bemerkte lächelte Sandro, was sein Gesicht merklich veränderte. Die Begrüßungsrede war vorbei und Sandro trat auf Amanda zu um sie zu begrüßen. Er drückte ihr beschwichtigend die Hand und Amanda wurde leichter ums Herz. Für die Symbiontenübertragung mussten noch einige Vorbereitungen getroffen werden, also nahm Sandro Amanda auf einen kleinen Rundgang durch das Hauptquartier der Tok’ra mit, wobei sie nicht mehr aus dem Staunen herauskam. „Es ist so weit“, erklang auf einmal Selmaks Stimme hinter ihnen und sie folgten Jacobs Gestalt durch die Gänge. Amanda zögerte am Eingang zu der Kammer und blickte sich um. „Es wird alles gut.“ Sam stand hinter ihr und legte ihr den Arm um die Schultern. Nachdem sie tief Luft geholt hatte, trat Amanda ein. Sie stand mit weit aufgerissenen Augen da als Jacob ihr erklärte wie sie sich mit dem Symbionten verbinden würde. Amanda wusste, dass sie auch jetzt immer noch einen Rückzieher machen konnte, doch das hätte sie sich nie verziehen. Sie musste lächeln als Jacob ihr von seinen Empfindungen kurz vor der Vereinigung erzählte und dann viel schneller als gedacht war es so weit. Sandro und Amanda legten sich mit dem Gesicht zueinander auf zwei Liegen und er nahm ihre Hand in seine. „Ich hoffe du bist das erste was ich beim Aufwachen sehe“, flüsterte er noch bevor er sich zu ihr lehnte und seinen Mund auf ihren legte. Amanda fühlte noch wie Solcha in sie hinein glitt, dann wurde es schwarz um sie herum.

 

„Wie geht es den beiden?“ fragte Carter ihren Vater, der neben ihr herging. „Den Umständen entsprechend gut. Ich denke Amanda wird sich leichter an den Symbionten gewöhnen als wir dachten. Bei Sandro sieht es im Moment wohl nicht so gut aus, da der Reifungsprozess des Symbionten schon sehr weit fortgeschritten war. Es wird wohl ein wenig länger dauern bis sein neuer Symbiont ihn wieder vollkommen geheilt hat, aber wir sind guter Hoffnung. Es wird schon alles gut gehen“, fügte er an Sam gewandt zu, als er ihren Gesichtsausdruck sah. „Ja“, sagte Sam vage und hing weiter ihren Gedanken nach.  

Amandas Bewusstsein stieg langsam von den dunklen Tiefen auf, in dem es für eine Zeit geweilt hatte. Doch es war jetzt nicht mehr allein. Da war noch etwas anderes, etwas Fremdes in ihrem Kopf, das zuvor noch nicht da gewesen war.

Langsam kehrte ihre Erinnerung zurück und damit auch das Verstehen der fremden Präsenz in ihrem Inneren. Ihre Vereinigung mit Solcha war nun abgeschlossen und Amandas Körper gehörte nun nicht mehr ihr allein. Dieser Gedanke war ein wenig beunruhigend, doch der Symbiont wusste, wie er dieses Gefühl wirksam vertreiben konnte. Amandas Gedanken beruhigten sich langsam und sie konnte sich den erstaunlichen neuen Informationen in ihrem Inneren widmen. Eine Zeit lang ließ sie sich durch die erstaunlichen Erinnerungen des Symbionten treiben, doch sie bemerkte jemanden neben sich und konzentrierte sich wieder auf die Außenwelt. Langsam schlug sie ihre Augen auf und blinzelte in das helle Licht hinein. Ein Schatten beugte sich über sie und nach einer Weile konnte sie Sam erkennen, die ihr zulächelt. Jacob, der neben ihr stand, hielt sie vorsichtig zurück, als Amanda sich aufsetzen wollte. Ihr wurde etwas Flüssigkeit eingeflößt und sie verzog auf Grund des Geschmacks angewidert das Gesicht. Amanda fühlte sich wesentlich besser als zuvor, was wohl an den Heilungsfähigkeiten des Symbionten lag. Nach einer Weile setzte sie sich doch auf und wurde kurz von einem Schwindelanfall ergriffen, der jedoch sofort wieder verging. „Wie geht es dir?“ fragte Sam sie leise und legte ihr die Hand auf die Schulter. „Es ist….ach ich kann es nicht beschreiben. Auf alle Fälle ist es ungewohnt“, seufzte sie und blickte sich um. Blinzelnd erkannt sie Sandro in einem Bett neben sich. „War es zu spät?“ flüsterte sie mit weit aufgerissenen Augen, die feucht zu schimmern begannen. „Er kommt in Ordnung“, erklärte Jacob schnell und vertrat ihr die Sicht. „Komm mit, du kannst jetzt aufstehen“, meinte er und Sam und er begleiteten Amanda aus dem Raum hinaus.    „Hoher Rat“, sagte Amanda und nickte den vor ihr versammelten Leuten zu. Durch Solcha kannte sie nun alle Namen und auch die Hintergründe von den einzelnen Personen. Sie verließ sich auf die Beurteilung des Symbionten, da sie die verschiedenen Personen selber nicht kannte. „Wir würden gerne mit Solcha reden“, erklärte die Sprecherin. Nach einem kurzen Blick auf Jacob, der auch im Rat saß, antwortete Amanda: „Natürlich.“ Sie senkte den Blick und überließ ihren Körper dem Symbionten. Amanda bekam zwar noch alles mit was um sie herum passierte, doch ihr Bewusstsein hatte sich zurückgezogen. „Du bist dir im Klaren, was deine Entscheidung, die du uns vor der Übertragung unterbreitet hast, bedeutet?“ fragte die Sprecherin Solcha und sah sie zweifelnd an. Solcha richtete sich würdevoll auf bevor sie zu sprechen begann. „Ich habe mich entschieden und ich weiß auch was diese Entscheidung bedeutet“, antwortete sie mit einer Stimme die entfernt wie Amandas klang. „Ihr werdet mich aus dem Rat ausschließen auch wenn ihr wisst, dass es ein Fehler ist, aber das ist wohl eure Sache. Hätte ich nicht diesen Wirt bekommen, wäre ich jetzt tot und es war nun einmal eine ihrer Bedingungen für die Vereinigung. Ihr solltet euch damit abfinden und mich als eine Art Botschafterin zwischen uns und den Tauri betrachten. Mehr habe ich zu diesem Thema nicht zu sagen“, schloss sie mit einem endgültigen Tonfall. Die Ratsmitglieder senkten ihre Köpfe als Zeichen das sie verstanden hatten und Solcha verließ den Raum.

Hinter der nächsten Biegung hielt sie an und wartete auf Jacob, der kurz nach ihr den Raum verlassen hatte. „Sie dachten du würdest dich doch noch anders entscheiden“, meinte er, als er neben ihr stehen blieb. „Ich bin froh, dass sie ihnen nicht nachgegeben hat“, erklärte Amanda, die nun wieder das Sprechen übernahm. „Kann ich Sandro sehen?“ fragte sie dann bittend und Jacob wies ihr mit einer Geste den Weg. 

  „Hallo.“ Amanda saß neben Sandros Bett als er seine Augen aufschlug und hielt seine Hand. Er versuchte ihr Lächeln zu erwidern, was jedoch kläglich scheiterte. Erschöpft schloss er erneut die Augen und glitt ihn einen leichten Schlaf hinüber. Amanda betrachtete sein Gesicht und fragte sich, wie sie sich ihm gegenüber nun verhalten sollte. Ihr Herz klopfte immer noch wie wild, wenn sie nur an ihn dachte und die Vereinigung mit Solcha hatte ihr klar gemacht, dass es Sandro genauso ging. Verwirrt versuchte sie sich über ihre Gefühle klar zu werden und die Stimme von dem Symbionten in ihr machte es auch nicht gerade leichter. „Halt doch einfach mal deine Klappe“, zischte sie nach einer Weile erbost vor sich hin und hielt sich die Ohren zu, was Solcha nur zum Lachen brachte. Aber sie war so rücksichtsvoll und zog sich nach dieser Bemerkung für eine Weile aus Amandas direkten Gedanken zurück. Entnervt schob sie die Frage nach ihren Gefühlen nach einiger Zeit beiseite und entschied sich, dass die Zeit schon eine Antwort bringen würde. Jack erschien im Eingang des Raumes und bedeutete ihr zu ihm zu kommen. „Ich bin immer noch Amanda“, erklärte sie, als sie auf dem Gang standen und er sie musternd anblickte. „Wir müssen bald zurück.“ „Ich weiß“, seufzte Amanda und blickte wieder in den Raum hinein. „Ich würde gerne wenigstens so lange hier bleiben bis er richtig wach ist. Er ist schon mal kurz aufgewacht, also kann es nun nicht mehr so lange dauern.“ Bittend blickte sie Jack an und dieser nickte zustimmend. „Ich werde den anderen Bescheid sagen.“

 

„Hey!“ „Hallo“, sagte Amanda und drückte Sandros Hand fester. Sie saß auf der Kante seines Bettes und sah ihn an. „Wie geht’s es dir?“ Er zuckte mit den Schultern und lächelte sie an. „Es ist anders als mit Solcha, es gibt andere Erinnerungen. Mein neuer Symbiont heißt Endasch, aber was ist mit dir? Was hast du?“ fragte er sie und studierte ihr Gesicht. Amanda lächelte ihn ein wenig traurig an und strich über seine Wange. „Ich muss jetzt gehen“, flüsterte sie an seinem Ohr und er schloss sie in seine Arme, als ob er sie nicht mehr loslassen wollte. „Jetzt schon?“ konnte er nur sagen, bevor der Kloß in seinem Hals zu groß wurde. Sie nickte nur, hauchte ihm einen Kuss auf die Wange und stand auf. Am Ausgang des Raumes drehte sich Amanda noch einmal um und blickte zurück. „Ich liebe dich“, flüsterte sie kaum hörbar und war im nächsten Moment auch schon verschwunden.  

Draußen auf dem Gang lehnte sie sich erschöpft an die Wand und wischte sich eine Träne weg, die über ihre Wange gelaufen war. Als Amanda Schritte hörte, blickte sie auf und sah Carter auf sich zukommen. Sie stieß sich von der Wand ab und ging ihr entgegen.

„Alles in Ordnung?“ fragte Sam und ging nicht weiter darauf ein als Amanda nickte. „Wir müssen los“, erklärte sie und Amanda folgte ihr durch die Gänge hinaus, wo die anderen Mitglieder von SG 1 schon auf sie warteten. Mit ein paar Worten verabschiedeten sie sich von Jacob und den versammelten Tok’ra, um dann ihrer Heimreise durchs Stargate anzutreten.   „Doc, mir geht es gut“, meinte Amanda und verdrehte die Augen zur Decke. Gleich als sie wieder aus dem Stargate heraus getreten war, hatte Doktor Fraser sie unter Beschlag genommen um alle möglichen Untersuchungen an ihr vorzunehmen. „Ich will nur sicher sein, dass alles in Ordnung ist“, erklärte diese bestimmt und machte einfach weiter. Grummelnd ließ sie die restliche Untersuchung über sich ergehen und wartete dann mit baumelnden Beinen auf einer Liege auf die Ergebnisse.

Da es länger zu dauern schien, schwang Amanda die Beine auf die Liege und schloss die Augen mit im Nacken verschränkten Armen. Es war eine seltsame Erfahrung seinen Kopf mit einer anderen Person zu teilen, nicht mehr allein zu sein, doch der Symbiont gestand ihr auch ihre Privatsphäre zu. Vor sich hindämmernd schwebte Amanda durch Erinnerungen und erfuhr so auch viel über die Wirte mit denen Solcha sich schon einen Körper geteilt hatte.

„Amanda, Amanda!“ Eine Stimme und ein Ruckeln an ihrem Arm ließen sie hochfahren und verwirrt um sich blicken. Solcha hatte ihr gerade ihre Erinnerungen von den Systemlords gezeigt, weswegen Amanda für einen Moment nicht genau wusste wo sie war. „Ich muss wohl eingenickt sein“, murmelte sie um den besorgten Ausdruck auf Janets Gesicht zu vertreiben. Diese musterte sie eindringlich, sagte aber nichts mehr. „Es ist alle in Ordnung, du kannst jetzt gehen.“ Erleichtert rutschte Amanda von der Liege und war schon auf dem Weg zur Tür als Doktor Fraser sie noch einmal zurück hielt. „Der General will mit dir sprechen“, erklärte sie nur und wandte sich wieder ihrer Arbeit zu.   Mit Solchas Hilfe schaffte es Amanda den Weg zu General Hammonds Büro ganz alleine zu finden. Es war schon ganz praktisch ein zweites Gehirn in sich zu haben, wenn dem eigenen manche Dinge entfielen. Wie sie mittlerweile festgestellt hatte schien ihr Symbiont, sie hatte sich mittlerweile daran gewöhnt Solcha ihren Symbionten zu nennen, nie etwas zu vergessen, was sie einmal gehört hatte.

Der General erwartete sie mit Carter und O’Neill bereits in seinem Büro und auf sein Nicken hin setzte Amanda sich in den einzigen freien Stuhl im Raum. Erwartungsvoll blickte sie ihn an und überlegte was sie nun erwartete. „Ich bin froh, dass alles gut verlaufen ist“, erklärte Hammond und lächelte Amanda an. Erleichtert ließ sie sich in ihren Stuhl zurücksinken, horchte aber bei den nächsten Worten wieder auf. „Sie wollen was tun?“ fragte sie entsetzt und starrte den General an. „Wir wollen dir jemanden zur Seite stellen, der bei deinem Studium auf dich aufpasst“, erklärte der General noch einmal in entschlossenem Ton. „Nein, nein so war das alles nicht besprochen“, rief Amanda aus und ihre Augen sprühten. Nun trat der Symbiont zu Tage und lief aufgeregt im Raum auf und ab. Solcha begann in irgendeinem Tok’ra Dialekt vor sich hinzufluchen und gegen Hammonds Schreibtisch zu treten. „Mir würde es auch so gehen wäre ich an ihrer Stelle“, murmelte Jack in Sams Ohr und grinste sie an.

Nach einiger Zeit fuhr sich Amanda mit der Hand über die Augen und atmete tief durch. „Entschuldigung“, murmelte sie und setzte sich wieder. „Wir müssen uns wohl noch einig werden, wie wir Probleme lösen“, meinte sie dann und verdrehte ihre Augen. „Aber das ist doch wirklich nicht nötig“, versprach sie dann in flehendem Ton und blickte den General bittend an. In diesem Punkt war der General, aber nicht von seiner Meinung abzubringen und ließ keine weiteren Diskussionen zu. Die weiteren Punkte waren schnell geklärt und die Anwesenden gingen ihrer Wege.   „Da sollte man meinen ein über 80jähriger Symbiont würde irgendwie ins Gewicht fallen“, empörte sich Amanda als die Tür zum Büro des Generals hinter ihr ins Schloss fiel. „Ein Aufpasser“, knurrte sie noch mal und war dann auch schon um die nächste Ecke verschwunden.

„Sie wissen, dass der General sie nicht ganz alleine lassen kann, Sir“, sagte Carter zu Jack. Dieser Grinste nur und zuckte mit den Achseln. „Ich denke sie kann ganz gut auf sich selbst aufpassen“, meinte er nach einer Weile und begann den Korridor hinunter zu gehen. Sam folgte ihm und sah ihn nachdenklich an. „Das glaube ich auch“, gab sie nach einer Weile zu, „aber ich denke General Hammond will sicher gehen, dass sie sich an den Schweigevertrag hält, den sie unterschrieben hat. Sie ist jetzt zwar eine Tok’ra, aber immer noch eine Zivilistin und kennt unsere Regeln nicht so genau.“ „Carter“, Jack blieb stehen und legte ihr seine Hände auf die Schultern, „sie wird es schon schaffen.“ Ohne ein weiteres Wort drehte er sich um und ging weiter.

  Amanda stand gedankenverloren im Konferenzraum und betrachtete das Stargate. Was für Möglichkeiten dieser Ring ihr bot wusste sie nun durch Solcha. Sie hörte Daniel Jacksons Schritte bevor sie seine Spiegelung neben ihrer in der Scheibe sah. Er stand ruhig neben ihr und betrachtete ebenfalls das Bild vor sich. „Ist schon erstaunlich, nicht?“ meinte er dann nach einer Weile und verstummte wieder. „Was wollen sie?“ fragte Amanda nach einiger Zeit und drehte sich zu Daniel um. Sie hatte seine aufgekratzte Stimmung bemerkt und hielt es nicht mehr länger aus einen zappelnden Historiker neben sich stehen zu haben. „Naja ich darf als erstes deinen Aufpasser spielen“, erklärte er und Amanda zog fragend die Augenbrauen hoch. „Ich bin dein Geschichtsprofessor für das nächste Semester“, fügte Daniel erklärend hinzu. „Ich bin schon ganz aufgeregt, es gibt so viele spannende Themen, die ich euch erzählen kann. Das Thema ist Ägypten und…“ Amanda schaltete ihre Ohren auf Durchzug und ließ Jacksons Rede an sich vorbeirauschen. ‚Na das kann ja heiter werden’, dachte sie bei sich und versank wieder in die Betrachtung des Tores. Sie blickte erst wieder auf als es still neben ihr wurde und bemerkte erst da, dass Daniel schon eine ganze Zeit aufgehört hatte zu reden.

„Wissen sie was?“ meinte Amanda und blickte ihn an. „Reden sie in ihrer Begeisterung nicht zu viel, sonst schlafen ihnen die ganzen Studenten ein.“ Sie klopfte ihm noch mal auf die Schulter und verließ dann den Konferenzraum.

  „Hey Am, wie geht es dir?“ fragte Chloe als Amanda in ihrer gemeinsamen Wohnung stand und umarmte sie dann stürmisch. „Gut“, erwiderte sie und lächelte. Amanda war froh wieder in ihrer eigenen Wohnung und nicht mehr auf dem Stützpunkt zu sein. Dort hatte sie sich zwar jetzt frei bewegen können, da sie nun irgendwie dazu gehörte, aber sie fand es dennoch schwer sich in den militärischen Kreisen zurechtzufinden. Obwohl alle es ihr so einfach wie möglich machten, freute Amanda sich, wieder in ihr normales Leben zurückzukehren. Über diesen Gedanken müsste sie lächeln, da ihr Leben nun wirklich nicht mehr als normal bezeichnet werden konnte. Ihre Gedanken verdrängend, folgte Amanda Chloe ins Wohnzimmer und ließ sich von ihr erzählen, wie ihre Ferien gewesen waren.

 

Amanda fand sich schnell wieder im Alltag der Universität zurecht, auch wenn sie sich verändert hatte. Sie verstand sich immer besser mit Solcha, die ihr auch bei ihrem Studium helfen konnte. Zwei Gehirne sind besser als eins, war ein Spruch zwischen ihnen. Sie hatte sich mittlerweile damit abgefunden, dass ihr meistens jemand wie ein Schatten folgte und sie unauffällig zwischen den anderen Studenten beobachtete. Manchmal war es jemand, der wie ein Student aussah, manchmal auch jemand vom Reinigungspersonal. Da Amanda eine doch recht lange Zeit in der Militärbasis von Cheyenne Mountain verbracht hatte, fielen ihr die kleinen Details auf, die ein Soldat auch ohne Uniform nie richtig ablegen konnte. Daniel Jacksons Vorlesungen waren die einzige Zeit, in der sie sich nicht von allen Seiten beobachtet fühlte. Sie wurde zwar von ihren Kommilitonen mit gutmütigem Spott überschüttet, da sie oft mittags mit ihm essen ging und auch sonst ab und zu von ihm begleitet wurde, doch das war Amanda immer noch lieber, als ständig den Drang zu haben sich umzusehen.

Neben ihren Geschichtsvorlesungen erzählte Daniel Amanda auch noch von seinen Erfahrungen in Bezug auf die Goa’uld und andere Völker, die er besucht hatte. Er versuchte ihr auch etwas über seinen Aufstieg zu erzählen, nur hatte er das meiste davon wieder vergessen. „Bin ich froh, dass ich nicht Astrophysik mache“, erklärte sie bei einer Unterhaltung scherzhaft und zwinkerte ihm zu, „sonst hätte ich Sam auch noch ständig um mich herum.“ Darauf grinste Daniel sie an und fuhr in seinen Ausführungen fort.

  Amanda wollte gerade ihre Wohnungstür aufschließen als ihr jemand von hinten auf die Schulter tippte. Mit einem erschrockenen Schrei fuhr sie herum und sank gegen die Wand, als sie erkannte wer da hinter ihr stand. „Müssen sie mich so erschrecken?“ fragte sie Jack matt und blinzelte ihn und Teal’c an. „Wir sind heute deine Aufpasser und wollten nur sehen ob du auch aufpasst“, witzelte Jack und nahm Amanda den Schlüssel aus der Hand um die Tür zu öffnen. Chloe blickte erstaunt auf als die drei das Wohnzimmer betraten. „Wer ist das?“ fragte sie leicht verwirrt und blickte die vor ihr stehenden Personen an. „Das sind Freunde von mir“, erklärte Amanda und deutete auf Jack, „das ist Jack und das ist…“ Sie stockte und wusste nicht wie sie Teal’c vorstellen sollte. „Das ist mein Cousin Murry“, antwortete Jack an ihrer Stelle und zwinkerte Amanda zu. Kopfschüttelnd blickte Amanda wieder zurück zu Chloe. „Sie wollten mit mir einkaufen gehen. Lass dich nicht von uns stören“, meinte sie und winkte Jack und Teal’c ihr zu folgen. Nachdem Amanda sich ihr Geld und ihre Handtasche geschnappt hatte, ging sie mit den beiden in die Stadt.

„Na dann hab ich endlich mal jemanden, der mir die Tüten trägt“, meinte sie grinsend und stürzte sich in die Menschenmassen im Einkaufszentrum.

  Carter wollte gerade zum Mittagessen gehen als jemand den Kopf durch ihre Tür steckte. Eine grinsende Amanda stand vor ihr, die ein Tablett mit Essen in der Hand hielt. „Sie sind so beschäftigt, da dachte ich mir ich bringe ihnen was vorbei“, erklärte sie und betrat den voll gestellten Raum nun vollendens. „Was führt dich her?“ fragte Sam sie, während beide platz nahmen. „Ich hab doch mein Tok’ra Wochenende“, meinte Amanda und verzog dabei das Gesicht. „Jacob wollte mich abholen, aber er verspätet sich anscheinend etwas. Es läuft sowieso wieder auf irgendeine aktuelle politische Lage hinaus und das ist eigentlich das letzte, was mich interessiert. Solcha stimmt mir in dem Punkt seltsamer Weise auch zu“, sagte sie achselzuckend und wandte sich ihrem Dessert zu. Sam betrachtete sie einen Augenblick nachdenklich und stellte eine Frage die ihr schon lange auf der Zunge lag. „Warum war Solcha eigentlich damit einverstanden, dass du hier bleibst?“ fragte sie und konnte ihren ungläubigen Tonfall nicht ganz verstecken. Amanda zuckte mit den Schultern und senkte dann ihre Lider. „Ich hatte wohl einfach keine Lust mehr auf meinen Posten im hohen Rat“, erklang Solchas Stimme aus Amandas Mund. „Auch unter den Tok’ra gibt es kleine Machtspielchen, die sie aber sehr gut vor Fremden verbergen können. Unter uns gibt es auch diejenigen, die Extreme vertreten und ich sah in Amanda einen Weg mich wenigstens für einige Zeit aus diesem Sumpf zu ziehen. Es liegt nicht in meiner Natur mich mit anderen zu messen“, erklärte der Symbiont und schwieg dann.

Carter sah sie nachdenklich an und nickte dann. „Ich kann dich verstehen“, meinte sie und wandte sich erneut ihrem Essen zu. „Die politischen Zwickmühlen, die das Stargate Programm manchmal aufwirft, machen uns allen zu schaffen“, erklärte Carter enthusiastisch und begann über die Vor- und Nachteile der Politik zu reden. Solcha hörte ihr geduldig zu und nickte an den wichtigsten Stellen um wenigstens etwas Interesse zu bekunden. Als sie das nächste Mal aufblickte stand Jacob im Türrahmen und schaute grinsend zu ihnen hinüber. Sie überließ Amanda wieder das Reden und erhob sich. „Ich muss gehen“, meinte sie und unterbrach damit Carters Redeschwall.

„Hallo Kleines“, sagte Jacob und betrat den Raum nun vollendens. Er umarmte Sam und drückte ihr einen Kuss auf die Wange. „Es tut mir leid wir müssen gleich wieder weg. Es gab einige Probleme, die ich nicht erwartet hatte“, erklärte er entschuldigend. „Ich geh schon mal vor“, rief Amanda schon über ihre Schulter zurück und ließ Sam und ihren Vater mit einem letzten Winken allein. „Sie versteht Menschen wirklich gut“, murmelte Carter und blickte ihr nach. „Deswegen wollten wir sie ja auch für uns gewinnen“, sagte Jacob und fragte Sam dann über ihr Befinden und Neuigkeiten aus.  

„Hey Sandro!“ Amanda umarmte den Tok’ra und trat dann einen Schritt zurück um ihn genauer zu betrachten. „Du siehst wesentlich besser aus als das letzte Mal“, meinte sie nach einiger Zeit und grinste ihn an. „Du aber auch“, erklärte Sandro schmunzelnd, was Amanda eine leichte Röte ins Gesicht steigen ließ. Sie gingen zu einem anderen Thema über und gingen in den Tunneln des Tok’ra Hauptquartiers entlang. „Wozu bin ich heute hier?“ fragte Amanda nach kurzer Zeit und blickte Sandro von der Seite an. Sie hatte in der Zeit, in der sie ihn nicht gesehen hatte, wieder vergessen wie gut er doch eigentlich aussah.

„Jacob meinte du brauchst mal etwas Handfesteres, deswegen kommt heute Schießtraining dran. Ich schätze mal Solcha kann dir zwar auch erklären wie die Waffen funktionieren, aber es ist immer besser, wenn du für den Notfall schon mal geübt hast“, meinte er ernst. Amanda nickte ebenso ernst und schwieg. Sie wollte sich im Moment gar nicht vorstellen, was Sandro mit Notfall meinte, aber sie hatte genug Fantasie um es sich vorzustellen. Einem Goa’uld stand sie zwar noch nie Auge in Auge gegenüber, doch sie hatte schon genug über sie gehört um sie nicht auf die leichte Schulter zu nehmen. In einem Wäldchen baute Sandro ein paar Ziele auf, die für ihre Schießübungen geeignet waren. Zuerst erklärte er ihr die Handhabung der Zat, die für Amanda wesentlich handlicher als eine Stabwaffe war. Nach einigen Versuchen wurde sie schon richtig gut, aber Amanda wusste nicht wie gut sie im Ernstfall mit einer Waffe umgehen würde. Sandro trat hinter sie und ergriff ihren Arm um ihr eine noch bessere Schussposition zu zeigen, küsste sie jedoch auf ihren Nacken und jagte Amanda damit einen Schauer über den Rücken. „Wofür war das?“ fragte sie und blickte ihn an. „Nur so“, meinte Sandro nur und drückte sie an sich um sie zu küssen. Amanda schlang ihre Arme um seinen Hals und erwiderte den Kuss ohne an ihre Umgebung zu denken. Die Schießübungen waren vergessen und sie sanken eng umschlungen ins Laub.

 

„Wo wart ihr denn so lange?“ fragte Jacob stirnrunzelnd als Amanda und Sandro wieder auftauchten. „Sie hatte wohl doch mehr Übungsbedarf als wir dachten“, erklärte Sandro mit unbewegter Miene und strich Amanda unauffällig einige Blätter aus den Haaren. Beide fingen an zu kichern als Jacob sich endlich abwandte und sie davon huschten. „Darf ich mir eure Labors ansehen?“ fragte Amanda und wartete Sandros Nicken erst gar nicht ab, bevor sie in die Richtung ging, die ihr Symbiont ihr eingab. „Wow“, staunte sie nachdem sie in das Labor der Tok’ra eingetreten war. „Das ist wesentlich cooler als die Labors auf der Erde“, erklärte sie und drehte sich grinsend zu Sandro um, der seine Arme um ihre Hüften legte. Sanft küsste er sie auf die Lippen und zog Amanda noch enger an sich. „Nicht hier“, flüsterte sie und schob ihn sanft von sich weg, „ich muss bald wieder gehen.“ Amanda drehte sich um, da sie bemerkt hatte wie eine Träne leise ihr Gesicht hinunter lief. Vorsichtig wischte sie sie weg ohne Sandro dabei anzusehen. „Ich kenne mich mit diesen Sachen nicht so sehr aus, aber ich zeige dir was ich weiß“, meinte Sandro ohne weiter auf Amandas Stimmung einzugehen. Die beiden verbrachten noch einen tollen Nachmittag damit die Basis der Tok’ra bis in den letzten Winkel zu erkunden. Müde lehnte sich Amanda an Sandros Schulter als sie gemeinsam in seinem Raum saßen. Der Planet auf dem die Tok’ra zur Zeit ihre Basis hatten, hatte einen ganz anderen Tagesrhythmus als die Erde und dementsprechend erschöpft war Amanda nun auch. Gähnend streckte sie sich nach einiger Zeit und stand auf. „Ich muss los. Sam wollte mir auf der Erde noch irgendwas Interessantes zeigen und dann ist mein Wochenende schon wieder vorbei“, sagte Amanda und schloss Sandro in die Arme, der ebenfalls aufgestanden war. „Und dann muss ich wieder an die Uni, zum Glück habe ich dann bald meinen Abschluss und kann im Stargate Center arbeiten.“ „Na dann sehen wir uns ja vielleicht mal mehr“, erwiderte Sandro und küsste sie auf die Stirn. „Ich bringe dich noch zum Stargate.“

 

Carter saß zusammen mit Daniel und Jack in der Kantine als ein Soldat ihr einen Anruf ankündigte. Sie ging zum Telefon an der Wand und meldete sich. „Sam hier ist Amanda“, hörte sie Amanda am anderen Ende der Leitung sagen. „Hi, Wie geht’s dir denn?“ fragte Carter gespannt, „Weswegen rufst du an?“ „Ich habe meinen Abschluss geschafft“, jubelte Amanda und Sam konnte sich vorstellen wie sie auf und ab sprang. „Na dann herzlichen Glückwunsch.“ Carter drehte sich zu Daniel und Jack um und winkte sie heran. „Amanda hat ihren Abschluss“, flüsterte sie während sie weiter Amandas Ausführungen lauschte und Daniel und Jack gespannt neben ihr standen. „Ihr kommt doch zu meiner Abschlussfeier?“ fragte Amanda gerade und wartete gespannt auf eine Antwort. „Ich kann es dir noch nicht hundertprozentig versprechen, aber ich bin sicher, dass wir es einrichten können“, meinte Sam und verabschiedete sich dann von Amanda. „Ihr kommt doch mit?“ fragte Carter als sie aufgelegt hatte und blickte Daniel und Jack an. Beide nickten nur.    Da General Hammond, zwar leicht grummelnd, die Erlaubnis für den freien Tag von SG 1 gegeben hatte, befanden die vier sich ein Woche später auf dem Weg zum Campus von Amandas Uni. Auch Jacks Flüche wegen den vollen Parkplätzen konnte ihre Stimmung nicht trüben, da alle Amanda sehr gerne mochten. „Hallo, da seid ihr ja“, erklang es neben ihnen, als sie den Ort der Festlichkeiten gefunden hatten. Amanda strahlte über ganze Gesicht und ließ sich glücklich von allen für ihren Abschluss gratulieren. „Meine Mutter ist auch da. Sie würde sich freuen euch kennen zu lernen. Keine Angst“, antwortete sie auf Jacks hochgezogene Augenbraue, „ich hab nur gesagt ihr seid gute Freunde von mir.“ Gut gelaunt führte sie die Teammitglieder zu der Reihe in der ihre Mutter saß und stellte sie vor. „Oh, ich muss los“, erklärte sie nach einem angespannten Blick auf die Uhr und verschwand in der Menge.

Sam nahm neben Mrs. Clark platz und die anderen setzten sich ebenfalls. „Ich bin froh, dass Amanda mit ihnen zusammenarbeiten wird“, meinte Melissa noch bevor die Veranstaltung anfing und ließ Carter verwundert drein sehen. Wie viel wusste diese Frau wirklich über ihren Ehemann? Dieser Gedanke wurde jedoch aus Sams Kopf gefegt als ein Professor begann die Diplome zu verteilen.

Amandas Gesicht wurde von einer zarten Röte überzogen als sie ihr Diplom überreicht bekam und hörte wie Jack und Daniel pfiffen. Grinsend wurde sie von ihren Kommilitonen damit aufgezogen. Auf der Party danach stieß sie dann wieder zu ihrer Mutter und ihren Freunden hinzu und setzte sich seufzend auf einen Stuhl. „Man tut das gut wieder zu sitzen“, murmelte sie und massierte sich die Waden. „Und wann fängst du an?“ fragte Jack augenzwinkernd und bewegte sich schnell aus der Reichweite von Amandas Arm. „Ach, eine Woche hab ich mindestens frei“, meinte Amanda unbestimmt und grinste in die Runde. „Erst mal mache ich Urlaub und den habe ich mir auch verdient.“ Eine entspannte Plauderei entstand, die nur manchmal von Amandas Freunden unterbrochen wurde, die sich verabschieden wollten und ihr versicherten mit ihr in Kontakt zu bleiben. „Ich darf ihnen schon noch schreiben, wenn ich nichts von meiner Arbeit sage, oder?“ flüsterte sie Sam einmal ins Ohr. „Na klar“, meinte diese und Amanda ließ sich entspannt in ihren Stuhl zurücksinken. „Wir müssen los“, erklärte Daniel nach einem Blick auf die Uhr als die Party langsam zu Ende ging. „Na klar“, meinte Amanda und sprang auf um sich zu verabschieden. „Wir sagen bescheid wann du anfangen sollst“, sagte Jack noch und dann verließen sie das Gelände. „Wollen wir auch los?“ fragte Melissa Clark und auf Amandas Nicken hin, gingen die beiden zum Parkplatz. „Jetzt hab ich dich erst mal wieder etwas für mich“, meinte Amandas Mutter grinsend als sie ins Auto einstieg, „und ich will endlich mal deinen Freund kennen lernen.“ Amanda starrte sie erstaunt an. „Na so glücklich wie du jetzt aussiehst musst du einen Freund haben.“ Amanda schüttelte lächelnd den Kopf: „Ich stell ihn dir vor Mum. Zuerst muss ich nur fragen ob er Zeit hat, aber ich bin mir sicher, dass er dich auch gerne mal kennen lernen würde.“  

„Hey, ist Amanda schon da?“ fragte Daniel nachdem er seinen Kopf in Sams Labor gesteckt hatte. „Sie ist nebenan und untersucht Bodenproben“, meinte Carter abwesend und blickte nicht von ihrem Computer auf. Daniel ging eine Tür weiter und entdeckte Amanda, die über ein Mikroskop gebeugt an einem Tisch saß. Er räusperte sich und sie blickte auf. „Hallo Daniel. Wollen sie mal was Lustiges sehen?“ fragte sie dann grinsend und rückte vom Mikroskop weg um Jackson Platz zu machen. Daniel blickte hindurch und entdeckte neben ein paar Erdklumpen auch seltsame Würmer. Er zog fragend die Augenbrauen hoch, weil er sich nicht vorstellen konnte was daran komisch sein sollte. „Sie haben zwei Köpfe“, meinte Amanda immer noch Grinsend, „einen hinten und einen vorne.“ Erstaunt bemerkte Daniel, dass das stimmte und schüttelte den Kopf. „Mein alter Zoologieprofessor würde sich überschlagen, wenn er das sehen könnte“, erklärte sie und zwinkerte ihrem gegenüber zu.

„Ist was?“ fragte sie dann, als sie die Zettel in Daniels Hand entdeckte. „Du könntest mir mit einem Text weiter helfen. Ich komme an der einen Stelle einfach nicht weiter und dachte du hättest vielleicht Lust dir das mal anzusehen.“ Fragend zog er die Augenbrauen hoch, doch Amanda nickte. „Ich muss nur jemanden finden, der auf meine Würmer aufpasst“, sagte sie und verschwand um kurz darauf mit einem anderen Wissenschaftler zurück zukommen. „Wir können“, rief sie Daniel über die Schulter zu, während sie noch ein paar ihrer Sachen zusammenkramte.   Amanda verbrachte einen entspannten Nachmittag in Daniels Büro und half ihm dabei seinen Text zu übersetzen. Als Daniel gerade losgegangen war um ein paar Sandwichs zu holen, stolperte Amanda über eine Textpassage, die sie erstarren ließ. Diese Worte kannte sie, aber sie konnte sich nicht mehr daran erinnern woher sie sie kannte. Auch ihr Symbiont konnte sich nicht daran erinnern und die Bedeutung der Passage war ihm unbekannt.

Als Daniel wieder kam, sah er sich einer ziemlich bleich aussehenden Amanda gegenüber. Sie saß zurückgelehnt in ihrem Stuhl und starrte immer noch auf die Textpassage auf dem Blatt vor ihr. „Was hast du?“ fragte Daniel und berührte sie vorsichtig an der Schulter. „Kannst du das übersetzen?“ meinte Amanda nur und deutete auf die von ihr gemeinte Textpassage. Daniel zog sich einen Stuhl heran, rückte seine Brille zurecht und blickte auf den vor Amanda liegenden Text.

„Kann Solcha ihn nicht übersetzen?“ fragte er ohne aufzublicken. „Nein. Sie weiß nicht was es bedeutet.“ „Es könnte ein alter sumerischer Dialekt sein. Ich glaube ich habe so etwas schon mal gesehen“, erklärte er und stand auf um hektisch in seinen Regalen zu wühlen. „Ja, genau. Ich wusste doch dass ich die Stelle irgendwoher kannte. Ich habe den Text selbst auf PX-837 gefunden, aber ich kann dir auch nicht genau sagen was er bedeutet. Hier steht irgendetwas von einem Geheimnis und einem Tempel. Als wir auf dem Planeten waren, fanden wir jedoch keinen Tempel, da bin ich mir sehr sicher. Wir haben sogar eine Sonde losgeschickt um es zu überprüfen, aber wir haben nur Wald und Wiesen gefunden. Es gab noch nicht mal Menschen dort.“ Daniel hatte noch nicht einmal bemerkt, dass ihm Amanda eigentlich gar nicht mehr zugehört hatte. „Ich muss da hin“, murmelte sie und Daniel blickte auf. „Ich kann es nicht erklären“, meinte sie eindringlich und blickte ihm fest in die Augen, „aber ich muss auf diesen Planeten. Es hat irgendetwas mit meinem Vater zu tun.“ Leicht zitternd stand sie auf, wandte sich aber entschlossen der Tür zu. „Ich werde den General um Erlaubnis bitten und wenn er nicht zustimmt, komme ich auch so irgendwie da hin.“

Ohne ein weiteres Wort verließ sie den Raum und überließ Daniel sich selbst und seinen Gedanken.

  „General, sie wissen wie wichtig das für mich ist.“ Amanda lief angespannt in General Hammonds Büro hin und her. „Sie können mir das nicht einfach verbieten.“ Zornig stemmte sie ihre Fäuste auf die Tischplatte. „Das weiß ich sehr gut, aber ich habe gerade kein Team frei, das dich begleiten könnte und allein schicke ich niemanden auf einen Planeten. Es kann immer etwas Unvorhergesehenes passieren“, erwiderte Hammond entschlossen. „Außerdem war auf diesem Planeten nichts, wie du wohl schon von Dr. Jackson erfahren hast.“ Seufzend strich Amanda sich über die Stirn und blickte dann wieder auf. „Also gut, wenn ich jemanden finde, der mich begleitet, dann lassen sie mich gehen?“ fragte sie und ließ den Blick nicht von ihrem Gegenüber. Hammond nickte nur und blickte sie abwarten an. „Ok, dann muss ich mal telefonieren“, sagte Amanda nur und verschwand aus dem Büro.  

„Hallo!“ Freudig umarmte Amanda Sandro, der gerade aus dem Tor getreten war. „Ich bin froh, dass du mich begleiten willst“, sagte sie, als sie sich wieder von ihm löste. Er nickte nur und blickte an ihr vorbei zu General Hammond. „Es ist eine Freude dich wieder zu sehen Sandro“, meinte der General und schüttelte ihm die Hand, nachdem er auf ihn zugegangen war. „Es freut mich ebenfalls“, erklärte Sandro und legte fast besitzergreifend den Arm um Amandas Taille. Amanda sah ihn etwas verwundert an, sagte aber nichts dazu. Sich an Sandro wendend sagte sie: „Du willst dich sicher noch ein wenig ausruhen bevor wir gehen, aber das nötigste habe ich schon gepackt. Sie entschuldigen uns General?“ Sie wartete gerade nur das Nicken von Hammond ab und setzte sich dann schon im Schlepptau mit Sandro in Bewegung.

In ihrem Zimmer angekommen warf sie sich aufs Bett uns starrte blicklos an die Decke. „Hey? Alles in Ordnung?“ fragte Sandro sie und Amanda schüttelte den Kopf und schloss die Augen, da ihr die Tränen in die Augen zu schießen drohten. Sandro setzte sich zu ihr und nahm sie sanft in den Arm und streichelte ihr über den Rücken. Einen Schluchzer unterdrückend sah Amanda zu ihm auf. „Weißt du eigentlich wie schlimm das ist, nicht zu wissen ob dein Vater noch lebt oder nicht?“ flüsterte sie leise und Sandro schüttelte den Kopf. „Ich weiß jetzt endlich wer er war und woher er kam und ich könnte ihn suchen, doch sie wollen mir einfach nicht dabei helfen, weil es ihrer Ansicht zu gefährlich ist. Ich bin ein zu wertvolles Verbindungsglied um mich auf eine gefährliche Mission zu schicken.“ Jetzt verlor Amanda doch ihre Fassung, weil sie endlich mit jemandem offen über ihre Gefühle hatte reden können. Sie drückte sich fest an Sandro und auch er hielt sie fester umfasst. „Wir werden schon einen Hinweis auf ihn finden“, murmelte er ihr ins Ohr und wiegte sie vorsichtig hin und her, bis sie sich beruhigt hatte. „Komm jetzt“, meinte Sandro nach einer Weile, „mach dich fertig und dann gehen wir.“ Amanda öffnete wieder die Augen und nickte leicht. Mit Sandro an ihrer Seite fühlte sie sich stark genug die Reise anzutreten.

 

Geblendet schloss Amanda für einen Moment die Augen als sie durchs Stargate auf PX-837 trat. Sie schob sich ihre Sonnenbrille auf die Nase und blickte sich neugierig auf dem Planeten um. Sandro berührte sie am Arm und deutete in eine Richtung, die Amanda genauso gut vorkam wie jede andere. „Daniel Jackson meinte, er hätte die Ruine mit dem Text da hinten gefunden. Es ist wohl nicht mehr als ein Kilometer.“ Sandro begann in seine angegebene Richtung zu gehen und Amanda folgte ihm. Nach einer knappen halben Stunde hatten sie ihr Ziel erreicht und Amanda entdeckte die Schrift auf der Wand sofort. Es waren die gleichen Zeilen wie auch auf dem Schriftstück, das Daniel ihr gezeigt hatte. „Ich weiß immer noch nicht was es bedeutet“, seufzte Amanda und ließ sich auf dem Boden nieder. „Ich weiß nur, dass mein Vater mir das gezeigt hat als ich noch klein war“, murmelte sie wie zu sich selbst ohne aufzublicken. Sandro setzte sich ebenfalls und blickte seine Freundin nachdenklich von der Seite an. Er spürte, dass noch mehr hinter dieser Botschaft als ein verlorener Vater steckte, aber auch ihm war diese Schrift unbekannt. „Es hat etwas mit den Tok’ra zu tun“, sagte Amanda nach einer Weile und Sandro schrak aus seinen Gedanken hoch. „Wie meinst du das?“ fragte er gespannt und blickte sie an. Stirnrunzelnd rieb sich Amanda übers Gesicht. „Ich weiß es auch nicht so genau“, meinte sie dann achselzuckend, „aber ich glaube dieses Wort bedeutet Tok’ra.“ Sie berührte das gemeinte Wort und die Welt um sie herum versank in Dunkelheit.

 

„Amanda? Amanda hörst du mich?“ Sandros Stimme klang gedämpft, als Amanda ihre Augen aufschlug und nichts als Dunkelheit vorfand. Sie hob den Kopf und zuckte zusammen, als sie die Beule an ihrem Kopf bemerkte. Vorsichtig richtete sie sich auf und konnte nun, da sich ihre Augen an die Dunkelheit gewöhnt hatten, auch etwas um sich herum erkennen. „Ich bin hier“, brachte sie krächzend hervor und sah wie sich ein Schatten auf sie zu bewegte, der nur Sandro sein konnte. Sie mussten sich in einer Höhle befinden, die sich unter den Ruinen, die sie entdeckt hatten, erstreckte. Sandro griff nach ihrem Arm und hielt ihr die Wasserflasche vor die Nase. Dankbar nahm Amanda einen und Schluck und gab sie ihm dann sich räuspernd zurück. „Wie sind wir hier herunter gekommen?“ fragte sie nach einer Weile und blickte sich genauer um. Sandros schemenhafter Arm deutete in eine Richtung und sie entdeckte die Schräge, die sie hinuntergeschlittert waren. Amanda kramte in ihrem Rucksack herum und probierte ob die Taschenlampe den Sturz heil überstanden hatte. Sie ging wirklich noch und ein wenig von dem plötzlichen Licht geblendet, leuchtete sie den Raum ab. „Weißt du wo wir sind?“ flüsterte Sandro ihr ins Ohr und sie schüttelte verneinend den Kopf. „Da ist ein Gang“, erwiderte sie ebenso leise und deutete nach rechts. Wie auf ein unsichtbares Zeichen hin setzten sich beide gleichzeitig in Bewegung und tasteten sich vorsichtig in den Gang hinein.

„Woher wusstest du, dass das Wort ein Schalter war?“ fragte Sandro Amanda, die vor ihm ging. Er konnte sehen wie sie die Schultern zuckte, als sie versuchte den Gang mit der Taschenlampe halbwegs auszuleuchten. „Das darfst du mich nicht fragen, aber es kommt definitiv aus meiner Erinnerung. Solcha hat damit nichts zu tun. Du bist doch derjenige, der sich mit der Tok’ra Technologie auskennt“, meinte sie leicht schnippisch, „Könnt ihr nicht irgendwas im Gehirn von jemandem speichern ohne das er sich bewusst dran erinnern kann?“ „Nicht das ich weiß“, erklärte Sandro und ging nicht weiter auf Amandas Ton ein, da auch ihm die Dunkelheit zu schaffen machte.

Als Amanda vor ihm anhielt, hätte er sie fast umgestoßen, da er so in seinen eigenen Gedanken versunken war. Sie hatte sich zu ihm umgedreht und deutete nun nach vorne. Im Licht der Taschenlampe konnte er eine Tür erkennen, die ihnen keine andere Möglichkeit ließ als hindurch zugehen. „Versuchen wir es“, murmelte Sandro in Amandas Ohr und schob sich an ihr vorbei um zur Tür zu gelangen. „Sei vorsichtig“, hörte er noch von hinter sich, dann war er an der Tür, die bei der leisesten Berührung aufsprang. Auch in diesem Raum herrschte Dunkelheit, doch die verging als Amanda ebenfalls eintrat. Sie hob hilflos die Hände. „Ich hab nichts gemacht, aber vielleicht muss ich das auch nicht“, meinte sie dann und richtete ihren Blick geradeaus. Ihr traten die Tränen in die Augen als sie zu einer Bedienungskonsole trat und das Foto in die Hand nahm, das dort lag. Sie erkannte es sofort wieder, denn sie hatte es vor nicht so lange Zeit in der Hand gehalten. Es war ein Bild, das vor mehr als 20 Jahren aufgenommen worden war und ihren Vater mit einer kleinen Amanda auf dem Jahrmarkt zeigte. Sandro war leise herangetreten und berührte sie nun vorsichtig an der Schulter. „Ist er das?“ fragte er leise und legte seine Arme von hinten um Amanda. Aufschluchzend nickte sie und drehte sich um, um ihren Kopf an seiner Schulter zu vergraben. „Meinst du..“, flüsterte sie nach einer Weile, „meinst du er kann noch hier sein? Es ist immerhin schon eine so lange Zeit vergangen.“ Sandro zuckte mit den Schultern, er konnte ihr auch keine Antwort auf diese Frage geben.

Beide zuckten zusammen als eine raue Stimme hinter ihnen erklang. „Amanda? Bist du das wirklich?“

  Amanda drehte sich langsam in die Richtung aus der die Stimme kam. Ihr Gesicht verlor alle Farbe, als hätte sie einen Geist gesehen und sie wäre wahrscheinlich in Ohnmacht gefallen, hätte Sandro sie nicht festgehalten. „Daddy?“ flüsterte Amanda tonlos und die Tränen schossen ihr in die Augen als ihr gegenüber nickte. Ohne weitere Worte lief sie auf ihn zu und fiel in seine Arme. Jeremy drückte seine erwachsene Tochter an sich und war selbst den Tränen nah. Wie lange hatte er sich diesen Augenblick schon herbeigewünscht und nun war er endlich Wirklichkeit geworden. „Du bist es wirklich“, meinte Amanda nach einer Weile und sah ihren Vater an, wobei sie ihm ungläubig über den Arm strich. „Ich hätte nicht gedacht, dass ich dich noch finde.“ „Ich wusste immer, dass du mich finden würdest, meine Prinzessin“, erklärte Jeremy und strich ihr sanft über die Wange.

„Das ist Sandro“, murmelte Amanda nach einer Weile und deutete auf den Tok’ra. Jeremy nickt und deutete den beiden an ihm zu folgen. Amandas Kopf schien auseinander fallen zu wollen von den vielen Fragen, die in ihm herumwirbelten, doch sie brachte keine davon über die Lippen. Sie war immer noch viel zu erstaunt darüber ihren Vater zu sehen, obwohl sie es nach ihren Erfahrungen mit den Tok’ra eigentlich hätte wissen müssen. Hilfesuchend drückte sie Sandros Hand, der diesen Druck wortlos erwiderte und ihr den Arm um die Schultern legte. Er konnte sich auch  nicht erklären warum dieser Mann, der vor ihnen ging, nicht zu den Tok’ra zurückgekehrt war, aber es war Zeit genug das zu klären.

Nach einer Weile betraten sie einen Raum, der wohl eine Kombination aus Wohnraum und Labor sein musste und setzten sich auf die vorhandenen Stühle. Amanda konnte ihren Vater nur verwundert anstarren. Die Jahre waren auch an ihm nicht spurlos vorbeigegangen, aber er sah nicht viel anders als auf den Bildern aus, die sie gefunden hatte, doch sie bemerkte einen grimmigen Zug um seinen Mund. „Bist du ganz alleine hier?“ ergriff Amanda vorsichtig das Wort, als die Stille, die sich herabgesenkt hatte, zu drückend wurde. „Ja“, seufzte Jeremy und strich sich über die Augen. Er hatte gehofft, dass seine Tochter nicht mit diesem Thema anfangen würde, doch er wollte ihre Fragen nicht beiseite schieben, auch wenn die Erinnerungen schmerzhaft für ihn waren. „Du bist auch eine Tok’ra geworden“, sagte er dann unvermittelt und hob den Kopf. Amanda nickt und blickte ihren Vater forschend an. Der Unterton in seiner Stimme gefiel ihr nicht und auch von Solcha erhielt sie eine leise Warnung. „Sie haben mich gefunden….wegen dir…. und fragten mich ob ich ein Wirt werden wollte. Ich habe zugesagt, da ich Sandro nicht sterben lassen wollte“, fügte sie noch hinzu und erhielt hierfür einen erstaunten Blick von Sandro. Sie hatte ihm nie etwas von ihren eigentlichen Beweggründen ein Wirt zu werden erzählt. „Ich lebe nicht bei ihnen“, erklärte Amanda aus einem Grund den sie nicht verstand, doch ihren Vater schien das zu beruhigen. Aus einem Impuls heraus lehnte Amanda sich vor und ergriff die Hand ihres Vaters. „Was ist passiert?“ fragte sie fast flüsternd und sah ihr gegenüber eindringlich an. An diesen Blick konnte Jeremy sich noch von ihrer Mutter erinnern. Er schloss kurz die Augen um zu überlegen wie er beginnen sollte. „Ich war auf der Erde abgestürzt“, begann er dann seine Geschichte ohne Amanda und Sandro anzusehen. „Ich wusste nicht viel über die Menschen, die dort lebten, doch es war nicht sehr schwer sich einzufügen. Jeden Tag wartete ich auf eine Nachricht von meinen Freunden, wartete darauf, dass sie mein Notsignal empfangen würden, doch nichts passierte. Dann traf ich Melissa und verliebte mich in sie und sie wurde mit dir schwanger. Es war die glücklichste Zeit meines Lebens, das kannst du mir glauben meine Kleine, aber dann kam eines Tages eine Antwort auf die ich schon nicht mehr zu hoffen gewagt hatte. Ich musste einfach gehen, verstehst du das?“ Zum ersten Mal blickte er wieder auf und sah Amanda an. Als sie nickte, machte sich Erleichterung auf seinem Gesicht breit.

„Es fiel mir sehr schwer zu gehen, aber ich hörte von den Problemen dieser Basis der Tok’ra und wollte natürlich helfen. Ich hätte nicht gedacht, dass ich euch so lange alleine lassen würde, denn ich wollte auf alle Fälle zur Erde zurückkehren. Doch wir wurden vom Hauptquartier der Tok’ra abgeschlossen. Ein großer Teil von uns konnte fliehen, doch ein paar wurden hier von den Goa’uld eingesperrt.“ Er holte schaudernd Atem und Amandas Gesicht wurde bleich. „Wir wurden von den anderen Tok’ra vergessen, denn sie hielten uns wohl alle für tot und das schien den Goa’uld eine schlimmere Strafe zu sein als uns zu töten. Natürlich wollten sie auch Informationen aus uns herausbekommen, doch ich weiß nicht warum sie es nicht mit so viel Nachdruck wie sonst immer versucht haben. Wir bekamen genug zu Essen und konnten sogar unsere Forschungen weiter vorantreiben, doch sie zerstörten unsere oberirdischen Gebäude und schafften uns hierher. Manche wurden krank und starben, andere brachten sich selbst um, weil sie den Verstand verloren und so wurde unsere Zahl immer kleiner bis nur noch ich alleine hier blieb. Der Gedanke an dich, Amanda, und deine Mutter hat mich die letzen drei Jahre überleben lassen.“ Stille senkte sich sanft über die drei Gestalten herab.

  „Warum bist du nicht durchs Stargate geflohen?“ stellte Sandro die Frage, die auch schon Amanda auf der Zunge lag. Jeremy lächelte ihn freudlos an. „Denkst du denn ich hätte es nicht versucht? Aber nach einiger Zeit haben wir es aufgegeben, als wir bemerkten was für Sicherheitsvorkehrungen die Goa’uld getroffen hatten. Erst einmal war es uns fast unmöglich an die Oberfläche zu gelangen. Es gibt nur noch wenige Wege, die nicht versiegelt sind und die meisten von ihnen werden überwacht. Wenn man es dann doch mal nach draußen geschafft hatte, war gleich eine Kompanie Goa’uld da um uns wieder zurück zubringen. Sie haben ein Schiff im Orbit stationiert.“ „Wie konnte ich hier herfinden?“ fragte Amanda ohne ihren Vater aus den Augen zu lassen. Das war etwas, das schon länger an ihr nagte.

„Es war nur als Vorsichtsmaßnahme gedacht“, seufzte Jeremy und blickte seiner Tochter nicht in die Augen. „Ich hab die Erinnerung an diesen Planeten in deinen Erinnerungen versteckt. Es gibt ein Gerät womit man das machen kann. Die Erinnerung sollte nur erweckt werden, wenn du die Textstelle wieder sehen würdest.“ Um Verzeihung bittend blickte er Amanda an. „Ich wusste nicht ob du jemals die Möglichkeit haben würdest nach mir zu suchen und ob es einen Sinn hatte dir diese Erinnerung zu geben, doch einen kleinen Hoffnungsschimmer hatte ich dadurch immer.“ Als Amanda in die tränenfeuchten Augen ihres Vaters blickte konnte sie ihm deswegen nicht mehr böse sein. Sie ergriff seine Hand und lächelte leicht.

„Ich bin mir sicher wir werden es schaffen hier wegzukommen“, meinte Sandro nach einer Weile und stand auf um seine Glieder zu strecken. „Habt ihr ein Schiff hier?“ fragte Jeremy und ein Funke leuchtete in seinen Augen auf. „Nein, wir sind durchs Stargate gekommen“, erklärte Amanda und erhob sich ebenfalls. „Von der Erde.“ Über den erstaunten Ausdruck im Gesicht ihres Vaters musste sie lächeln. „Denkst du etwa die Tok’ra hätten uns geholfen“, sagte Sandro und ein bitterer Unterton schwang in seiner Stimme mit. Mit einem ernsten Gesicht schüttelte Jeremy den Kopf. „Da sie mich für tot halten wohl eher nicht“, erwiderte er spöttisch. „Warum haben sie gerade dich ausgesucht eine Tok’ra zu werden?“ fragte er mit einem Mal, als sei es ihm gerade in den Sinn gekommen. Betreten blickte Amanda zur Seite. „Sie haben es nie ausgesprochen, aber ich glaube sie haben mich wegen dir ausgesucht“, erklärte sie leise und weigerte sich dabei ihrem Vater in die Augen zu sehen. Zornig nickte dieser und man sah ihm an, dass er in nicht allzu ferner Zukunft noch mit jemandem ein Hühnchen zu rupfen hatte.  

„Wie wollen wir an den Goa’uld Truppen vorbei kommen?“ fragte Jeremy und erhob sich nun ebenfalls. „Irgendwie schaffen wir es schon“, murmelte Sandro und legte ihm die Hand auf die Schulter. „Was willst du mitnehmen?“ schaltete Amanda sich nun ein und sah sich im Raum um. „Ich denke wir sollten uns beeilen. Vielleicht haben sie uns nicht bemerkt und wir können noch den Überraschungsmoment benutzen.“

„Das wichtigste wären die Daten“, meinte Amandas Vater verzweifelt. „Doch ich glaube nicht, dass wir das alles mitnehmen können.“ Lächelnd griff Amanda nach ihrem Rucksack und wühlte kurz darin herum bis sie gefunden hatte was sie suchte. „Wie wäre es mit Speicherkristallen?“ meinte sie dann und wurde von Jeremy in eine stürmische Umarmung gerissen. „Carter hatte noch ein paar davon in ihrem Labor liegen. Ich hoffe sie sind groß genug. Am besten kümmert ihr euch um die Übertragung der Daten und ich packe deine Sachen Daddy“, dirigierte sie die Aktivitäten und begab sich dann in den Nebenraum. Dort angelangt lehnte sie sich an die Wand und schloss kurz die Augen. Sie konnte immer noch nicht fassen was alles passiert war. Ihr Vater war wieder aufgetaucht und sie hatte die Möglichkeit ihn mit nach Hause zu nehmen und ihn wieder besser kennen zu lernen. Doch darüber sollte sie jetzt nicht nachdenken, denn ihr Symbiont erinnerte sie daran, wie sehr die Zeit drängte. Schnell suchte sie die wenigen Sachen ihres Vaters zusammen und begab sich dann wieder zu den beiden Männern in das Labor. „Seid ihr fertig?“ fragte Amanda drängend und schaute Sandro über die Schulter. „Ein, zwei Minuten brauchen wir noch“, antwortete ihr dieser und schenkte ihr ein Lächeln. „Hast du vielleicht noch ein paar Kristalle?“ „Sicher.“ Sie machten sich nun zu dritt daran alle Daten auf die Kristalle zu übertragen und schafften es auch wirklich in ein paar Minuten. „Gebt mir die Kristalle“, forderte Amanda sie dann auf und streckte die Hand aus. „Keine Angst sie sind bei mir wohl sicherer Als bei euch. Hier Daddy nimm das.“ Sie warf ihm ihre Zat zu um mehr Platz in ihrem Rucksack zu haben und er fing sie geschickt auf. „Du kannst wahrscheinlich besser schießen als ich. Seid ihr fertig?“ Mit einem letzten Blick in die Runde nickte Jeremy und sie machten sich zum Ausgang auf.

 

„Ihr müsst vorsichtig sein“, warnte Jeremy sie mit drängender Stimme. „Ich glaube hier in der Nähe müssen sie überall Sensoren angebracht haben, sonst hätten sie nie bemerkt, wie wir hier raus gekommen sind.“ ‚Überlass das mir’, flüsterte Solcha in Amandas Kopf und mit einem innerlichen Nicken erlaubte sie ihrem Symbionten die Kontrolle über ihren Körper zu übernehmen. „Bleibt ein wenig zurück“, sagte Solcha zu den beiden Männern und bewegte sich vorsichtig in den Gang hinein. Jeremy staunte leicht über das große Vertrauen zwischen seiner Tochter und der Tok’ra. Die Beziehung zu seinem Symbionten war immer etwas widerwillig auch wenn er die Verbindung freiwillig eingegangen war. „Habt ihr euch nie gefragt warum die Goa’uld hier rein gekommen sind ohne den Alarm auszulösen“, ließ sich Solchas Stimme jetzt von weiter vorne vernehmen. Grinsend tauschte sie wieder vor ihren beiden Gefährten auf. „Ich dachte immer sie hätten ihn ausgeschaltet, wenn sie bei uns waren“, meinte Jeremy nachdenklich. Solcha schüttelte leicht den Kopf. „Sie hatten viel zu viel Angst davor, dass ihr ihnen doch entwischen könntet. Seht ihr die verschiedenen Fliesen des Ganges?“ fragte sie dann und deutete über ihre Schulter. Ohne eine Antwort zu erwarten fuhr sie fort: „Man darf nur auf bestimmt Fliesen treten, damit der Alarm nicht ausgelöst wird und ich glaube ich weiß welche es sind. Ich dachte du warst so ein Indiana Jones Fan“, neckte sie Jeremy und bediente sich hierbei der Erinnerungen seiner Tochter. „Die Goa’uld werden zwar immer noch bemerken, wenn wir das Stargate öffnen, aber es verschafft uns einen gewissen Vorsprung bevor sie unsere Flucht bemerken. Folgt mir und tretet nur dahin wo ich hintrete.“ Mit diesen Worten wandte sich Solcha um und ging mit einer schlafwandlerischen Sicherheit den Korridor entlang.  Nach dem endlosen Dämmerlicht von Jeremys Gefängnis mussten alle die Augen zukneifen, als sie ins helle Sonnenlicht, des verwüsteten Planten traten. „In welcher Richtung liegt das Stargate?“ fragte Amanda und lehnte sich kurz an die Trümmer eines Torbogens. „In die Richtung“, meinte Sandro nachdem er auf einen Kompass gesehen hatte. Jeremy begann in die angegebene Richtung zu gehen und Sandro hielt sich neben Amanda. „Alles in Ordnung?“ fragte er so leise, das Amandas Vater sie nicht hören konnte. Amanda nickte leicht und lächelte ihn an, während sie ihre Hand in seine Armbeuge schob. „Ich liebe dich“, sagte sie dann unvermittelt und küsste ihn mit einer Heftigkeit, die schon an Verzweiflung grenzte. „Ich liebe dich auch“, erwiderte Sandro sanft und hauchte ihr einen Kuss auf ihren Mundwinkel. „Was ist los mit dir?“ fragte er und seine Stimme war nur wie ein Hauch des Windes in ihrem Ohr. „Ich habe ein ungutes Gefühl in der Magengegend“, raunte sie ihm ebenso leise ins Ohr und begegnete seinem besorgten Blick. „Ich passe schon auf dich auf“, murmelte Sandro in ihr Haar als er es noch einmal mit den Lippen streifte. „Komm jetzt wir müssen deinen Vater einholen. Hoffen wir das alle gut geht.“  

Es schien als schwebte eine dunkle Wolke über ihren Köpfen, als sie das Stargate endlich erreichten, doch kein Wölkchen verdunkelte die Sonne. „Es ist niemand zu sehen“, flüsterte Jeremy, als sie in der Nähe des Gates hinter ein paar alten Mauerresten hockten. Sandro schielte misstrauisch in den Himmel. „Am besten wir laufen gemeinsam rüber“, erklärte er leise aber bestimmt. „Ich werde das Stargate anwählen, Amanda schickt das Erkennungssignal durch und du gibst uns Deckung, Jeremy.“ Da alle mit diesem Plan einverstanden waren, erhoben sie sich und blickten sich wachsam um, doch nichts rührte sich, selbst der Wind schien zu schlafen.

„Kommt jetzt.“ Auf ein Zeichen von Sandro liefen sie geduckt los ohne ihre Umgebung aus den Augen zu lassen. Das ungute Gefühl in Amandas Magen schien ihr mittlerweile entgegen zu schreien sich wieder umzudrehen und in die andere Richtung zu laufen, doch sie hörte nicht darauf. Sandor hatte das DHD schon erreicht und begann die Toradresse der Erde einzugeben, als die ersten Schüsse fielen. Amanda warf sich auf den Boden und rollte behände hinter einige Trümmer, die in der Nähe des Tores lagen. Ihr Vater folgte ihr mit einem Hechtsprung und begann mit seiner Waffe auf die Goa’uld zu schießen, die wie aus dem Nichts aufgetaucht waren. „Wie konnten sie uns entdecken?“ rief Amanda ihrem Vater die Frage über das Kampfgetümmel zu. „Vielleicht liegt es daran“, antwortet er ihr mit verbitterter Stimme und zog sein Hosenbein ein Stück hoch. Amanda entdeckte einen Ring um seinen Knöchel, der nichts anderes als ein Sender sein konnte, doch sie unterdrückte die Vorwürfe, die ihr auf der Zunge lagen. Stattdessen blickte sie sich zu Sandro um und entdeckte ihn hinter dem DHD kauernd. Verbissen feuerte er auf die Angreifer und versuchte gleichzeitig die Toradresse zu vervollständigen. Sehnlichts wünschte sich Amanda mehr Waffen mitgenommen zu haben um den beiden Männern helfen zu können. „Vorsicht!“ brüllte sie und Sandro konnte in letzter Minute den Goa’uld erledigen, der hinter ihm aufgetaucht war. Er duckte sich hinter seinen behelfsmäßigen Schutz und Amanda erkannte, dass das Tor begonnen hatte die Erde anzuwählen. Auch ihre Gegner hatten das bemerkt und drängen jetzt umso heftiger auf sie ein.

„Schick den Code durch, Amanda“, konnte sie Sandro durch das Getöse hinter sich hören, als das Wurmloch sich aufbaute. Sie holte das Gerät aus ihrer Tasche und gab ihren Code ein, der die Iris auf der anderen Seite öffnen würde. Sie gab Jeremy ein Zeichen und auf dessen Nicken hin begannen sie mit eingezogenem Kopf auf das Stargate zuzulaufen. Ohne Sandros Feuerschutz hätten sie keinen Meter hinter sich bringen können, doch so ließen sie sich keuchend neben ihm in den Schutz des DHD fallen.

„Ihr geht zuerst“, erklärte er ihnen bestimmt, während er und Jeremy unaufhörlich auf ihre Gegner schossen. Dies würde nur mit einem Nicken quittiert. „Los geh zuerst“, raunte Amanda ihrem Vater zu und dieser war mit erstaunlicher Schnelligkeit beim Tor und hindurch gesprungen. Ein paar ziellos abgefeuerte Schüsse folgten ihm, schienen ihn jedoch nicht verletzt zu haben. Amanda drückte Sandros Hand und gemeinsam erhoben sie sich und liefen auf das Stargate zu während Sandro noch immer über die Schulter auf die sie verfolgenden Goa’uld schoss. Plötzlich bekam Amanda einen Stoß in den Rücken, der sie vor Sandro ins Stargate taumeln ließ und die Reise durch das Wurmloch erfüllte ihre Sinne. Auf der anderen Seite angekommen drehte sie sich sofort um und erstarrte als Sandro ihr hinterher taumelte. Sein Gesicht war bleich und er wäre umgekippt, hätte Amanda ihn nicht aufgefangen. „Nein“, flüsterte sie tonlos, als sie langsam mit ihm auf die Rampe sank, da ihre Beine ihr gemeinsames Gewicht nicht tragen konnten. Entsetzen packte sie als sie die Stabwaffenwunde in Sandros Rücken spürte. Die Welt um sie herum versank in einen dunklen Nebel und sie bekam noch nicht einmal mit, das General Hammond das Schließen der Iris befahl und ein Sanitätsteam in den Torraum bestellte. Amandas ganze Aufmerksamkeit richtete sich auf Sandro, der sie mit einem verzerrten Lächeln anblickte und die Hand hob um ihr über die Wange zu streichen. „Vergiss mich nicht, meine Geliebte“, murmelte er so leise, das Amanda sich vorbeugen musste um ihn zu verstehen. „Ein Teil von mir wird immer bei dir sein, pass gut auf unseren Schatz auf“, erklang seine Stimme ein letztes Mal und seine Hand sank auf ihren Bauch. Ein letzter gequälter Atemzug drang in seine Lungen und dann hörte sein Herz auf zu schlagen. Wie betäubt schlang Amanda ihre Arme um seinen Körper und brach in haltloses Schluchzen aus. Selbst als die Sanitäter eintrafen, wollte sie ihn nicht loslassen. Wie aus weiter Ferne vernahm sie ihre eigene Stimme, die mit erstickten Worten die Wahrheit in ihren Verstand brachte, die ihr Herz schon längst verstanden hatte. „Es ist zu spät.“

Eine gnädige Dunkelheit umfing sie und löschte den bohrenden Schmerz in ihrem Inneren aus.

  Besorgt blickte Jeremy auf seine leichenblasse Tochter, die in dem Bett der Krankenstation viel zu zerbrechlich erschien. Die Ärzte hatten Sandro nicht mehr helfen können und seinen Leichnam in eine Kühlkammer geschoben um über ihren weiteren Verbleib entscheiden zu können. Auch den Symbionten hatten sie nicht mehr retten können. Jeremy blickte auf als Doktor Fraser leise an das Krankenbett trat und Amandas Puls fühlte. „Ich verstehe das nicht“, murmelte sie mehr zu sich selbst, „sie hätte schon längst wieder aufwachen müssen.“ „Vielleicht will sie es nicht“, meinte Jeremy und blickte Janet an. „Vielleicht will sie ohne Sandro nicht mehr aufwachen“, ergänzte er seufzend und strich sich über die Augen.  Er konnte seine Tochter gut verstehen. Auch bei ihm waren Zeiten aufgetreten in denen er einfach hatte aufgeben wollen, aber der Gedanke an seine Familie hatte ihn immer wieder aus dieser Lethargie herausgerissen. Doch es war etwas anderes zu wissen, dass ein geliebter Mensch nicht mehr wieder kommen kann oder zu hoffen seine Familie irgendwann einmal wieder zu sehen. Jeremy strich seiner Tochter eine Strähne aus dem Gesicht und betrachtete wie es sich in den Jahren, die vorüber gezogen waren, verändert hatte.   Ein paar Tage später war Amanda immer noch nicht aufgewacht und das ganze Stargate Center begann sich schon Sorgen um sie zu machen. Sogar General Hammond war an diesem Morgen in die Krankenstation gekommen um nach ihr zu sehen. Janet konnte nichts für sie tun, da sie in einer Art Koma zu liegen schien.

Sam Carter betrat die Krankenstation um eine Weile an Amandas Bett zu sitzen und ihre Hand zu halten. Sie hatte ihre Arbeit jetzt schon einige Tage schleifen lassen und war oft an Amandas Seite zu finden. Auch jetzt setzte sie sich auf einen Stuhl neben dem Bett und nahm Amandas Hand in ihre und betrachtete ihr immer noch bleiches Gesicht. Seufzend wollte sie ihren Blick schon ans andere Ende des Raumes schweifen lassen, als sie einen Druck an ihrer Hand wahrnahm.

„Amanda?“ Sie beugte sich über den leblos wirkenden Körper und betrachtete das Gesicht der jungen Frau noch einmal genauer. Eine zarte Röte breitete sich auf ihren Wangen aus und die Augenlieder begannen zu flattern. „Amanda?“ fragte sie noch einmal ohne sich eine Antwort zu erwarten und war überrascht eine zu bekommen. „Nein“, erwiderte Solcha und öffnete die Augen. „Ich bin es.“ Die Stimme der Tok’ra klang leise und erschöpft, aber das war besser als gar kein Zeichen von ihr. „Amanda will nicht…reden. Sie will mit niemandem reden“, erklärte sie stockend und sah sich nach einem Glas Wasser um. Carter reichte es ihr und stütze ihren Kopf um ihr beim trinken zu helfen. „Was ist passiert?“ fragte sie dann leise um die Aufmerksamkeit von Janet noch nicht auf sich zu lenken. Solcha zuckte leicht mit den Achseln und legte dann den Kopf wieder aufs Kissen. „Sie kann nicht glauben, dass Sandro wirklich tot ist. Sie will nicht glauben, dass sie ihn verloren hat“, sagte sie in einem ruhigen Ton. „Ich kann sie nicht davon überzeugen sich ihrem Leben wieder zu stellen. Vielleicht braucht sie auch nur Zeit um alles zu verarbeiten und so lange werde ich für ihren…unseren Körper sorgen. Ich werde noch ein wenig schlafen“, murmelte Solcha dann und schloss mit einem Seufzer die Augen erneut, als Doktor Fraser zu ihnen hinüber kam. Sam sagte ihr nichts darüber, dass Solcha die Kontrolle über Amandas Körper übernommen hatte, strich ihr einfach nur übers Haar und verließ die Krankenstation um nach Amandas Vater zu suchen.

 

Jeremy sah sich leicht frustriert in dem Raum, den man ihm zugeteilt hatte, um. Es war nicht so, dass er sich wie ein Gefangener vorkam, aber er hätte gerne mehr getan als einfach nur herum zu sitzen und ab und an ein paar Fragen zu beantworten. Er hatte seine Zeit schon lange nicht mehr mit Nichtstun verbracht, was seinen Verstand zum dauernden Grübeln anregte. Er hatte Amanda nicht gefragt ob Melissa wieder geheiratet hatte und wie es ihr ging. Er hatte so vieles nicht gefragt und es kam ihm fast vor als sei es nun zu spät dafür, da sie einfach nicht aufwachen wollte. General Hammond hatte ihm vorgeschlagen die Tok’ra über sein überleben in Kenntnis zu setzten, doch das hatte er strickt abgelehnt. Als Anise von den Tok’ra gekommen war um Sandros Leichnam zu untersuchen, hatte er sich in sein Zimmer verzogen und sich nicht blicken lassen und SG 1 und General Hammond hatten kein Wort über ihn in ihrer Gegenwart verloren. Anise hatte den Symbionten für weitere Untersuchungen mitgenommen, doch Sandros Körper war auf der Erde geblieben, da er keine Familie mehr hatte. Jeremy wohnte seiner Beerdigung auf einem Militärfriedhof bei und wünschte sich seine Tochter an seiner Seite zu haben. Als es an seiner Tür klopfte hob er den Kopf und stand dann auf um sie zu öffnen. Die Wachen, die sonst dort immer standen, hatten sich zurückgezogen und eine lächelnde Samantha Carter stand jetzt vor ihm. „Kann ich reinkommen?“ fragte sie und Jeremy ließ sie mit einem Kopfnicken herein.

 

„Sie ist wach“, erklärte Carter nachdem sie sich gesetzt hatte. Als sie Jeremys glückliches Gesicht sah, hob sie jedoch die Hand. „Ich habe nicht mit Amanda geredet. Solcha wird ihren Körper wohl für einige Zeit übernehmen.“ Bei diesen Worten war Jeremy in sich zusammengesackt, aber er nickte wissend. „Sie wird noch Zeit brauchen“, murmelte er dann und strich sich die Sorgenfalten aus dem Gesicht. „Kann ich...?“ begann Jeremy, brach dann aber wieder ab. „Was?“ fragte Carter und lehnte sich auf ihrem Stuhl leicht nach vorne. „Kann ich meine Frau besuchen?“ brach es aus ihm hervor und ein hoffnungsvolles Glitzern erschien in seinen Augen. „Ich werde den General fragen“, antwortete Sam diplomatisch und lächelte ihn an.   Solcha trat auf den Flur und strecke sich erst einmal genüsslich. Es tat gut wieder seit einer Woche auf eigenen Beinen zu stehen und nicht mehr ans Bett gefesselt zu sein. Doktor Fraser hatte sie nicht gehen lassen wollen, bis sie wieder kräftiger geworden war.

Sie hatte weiterhin versucht Amanda wieder dazu zu bringen sich ihrem Leben zu stellen, doch sie hatte noch keinen Erfolg damit gehabt. Gedankenverloren lief sie den Gang entlang, als sie Jeremy begegnete und ihn anlächelte. „Hallo“, begrüßte er sie etwas bedrückt und Solcha wusste auch den Grund dafür. „Sie ist noch da“, murmelte sie und legte Jeremy die Hand auf den Arm. „Sie ist noch da.“ Mit einem tiefen Seufzer nickte Amandas Vater und sah schon etwas besser aus. „Der General hat erlaubt, dass du zu deiner Frau fahren kannst“, erklärte Solcha und deutete in eine Richtung. „Ich kann dich begleiten, wenn du willst“, bot sie an und ihr Gegenüber nickte lächelnd. Gemeinsam fuhren sie an die Oberfläche und stiegen in den für sie bereitgestellten Wagen.

„Ich bin ziemlich nervös“, murmelte Jeremy nach einiger Zeit, in der sie nur geschwiegen hatten. „Es ist viel Zeit vergangen.“ Solcha sah ihn mitfühlend an. „Ich glaube sie liebt dich immer noch“, erwiderte sie leise, „auch wenn ich sie noch nie selbst getroffen habe, aber Amanda glaubt fest daran.“ „Danke“, sagte Jeremy und sah sie nachdenklich an.  „Wir sind da“, meinte Solcha nach einiger Zeit und sie hielt ein wenig außer Sichtweite von Melissa Clarks Haus am Straßenrand. „Wirst du mitkommen?“ fragte Jeremy nachdem Solcha ihm das richtige Haus gewiesen hatte. Sie schüttelte den Kopf und blickte ihn traurig an. „Das wäre wohl nicht so gut. Es würde sie wohl noch mehr verwirren“, sagte Solcha und ein wehmütiger Unterton schwang in ihrer Stimme mit. „In zwei Stunden komme ich wieder. Du darfst leider noch nicht länger bleiben, wegen den Sicherheitsvorschriften und diesem Krams.“ Sie blickte ihm nach und sah noch eine vollkommen erstaunte Melissa Clark, bevor sie Gas gab und die Szene hinter ihr verschwand.   Solcha fuhr eine Weile ohne überhaupt darauf zu achten wohin sie gelangte. Es war ihr im Moment auch egal, da sich nicht ihre gesamte Aufmerksamkeit ums Auto fahren drehte. Sie konnte nicht verstehen, warum Amanda sich so zurückzog. Eine Familie und unzählige Freunde standen ihr zur Seite um ihr über Sandros Verlust hinwegzuhelfen, doch sie sperrte sich in ihrem eigenen Körper ein und verdrängte die Wirklichkeit.

Auf einem Parkplatz mit herrlichem Ausblick hielt Solcha an und stiegt aus dem Wagen. Es war eine neue Erfahrung für sie Auto zu fahren und eine wunderbare Abwechslung zu einem Raumschiff. Seufzend streckte sie sich und versuchte wenigstens einen Teil dieser tiefschürfenden Gedanken für einen Augenblick abzulegen. Solcha hatte schon länger ernsthaft daran gedacht Teal’c zu bitten ihr die Sache mit seiner Meditation beizubringen, damit sie sich wenigstens zeitweilig entspannen konnte.

Zurzeit stand sie ständig unter Strom, wegen ihrer Arbeit im SGC, die nie zu Ende sein wollte und ihrer diplomatischen Position gegenüber den Tok’ra. Es waren einige Botschaften vom hohen Rat an sie angekommen, doch sie hatte sie nach kurzem überfliegen nur mit einem Schulterzucken abgetan und sich bei den meisten noch nicht einmal die Mühe gemacht sie überhaupt zu beantworten, da es immer nur um das gleiche ging. Solcha hatte nicht die Absicht wieder auf den Stützpunkt der Tok’ra zurück zukehren und ihnen bei ihren Kamikazeattacken zu helfen. Wenn sie ehrlich war, hatte sie sich immer mehr den Rassen ihrer Wirte als ihrer eigenen zugehörig gefühlt. Nur eine Nachricht von Jacob an seine Tochter hatte sie die Stirn besorgt runzeln lassen. Wie es schien, verlor Jacob seinen Einfluss im Rat, aber da sie sich dieser Tatsache nicht sicher war, erwähnte sie ihre Gedanken niemandem gegenüber. Mit Jeremy war jetzt ein weiterer Tok’ra auf der Erde, der nicht in die eigenen Reihen zurück wollte, was bei seiner Geschichte auch verständlich war. Solcha entfuhr erneut ein Seufzer und sie ging ein paar Schritte um den Ausblick zu genießen. Eine Bewegung in ihrem Augenwinkel ließ sie aufmerksam werden und sie fuhr mit einem kleinen Aufschrei zurück, als jemand sie von hinten packen wollte. Ohne Probleme konnte sie ihren Angreifer überwältigen, da sie ein gutes Kampftraining bei Jack und Teal’c genossen hatte. Während sie die Polizei verständigte, bemerkte sie ein Zucken in ihren Gedanken. Amandas Schutzmauern waren wohl doch nicht so dick wie sie geglaubt hatte.

 

Jeremy schwieg mit einem glücklichen Lächeln auf dem Gesicht, während Solcha den Wagen sicher über die Landstraßen lenkte. Melissa war nicht geschockt gewesen ihn wieder zu sehen, sondern hatte ihn nach der ersten Überraschungsminute fest in die Arme geschlossen und mit nach drinnen gezogen. Im Haus hatte sich nicht so viel verändert und Jeremy fühlte sich nach all den Jahren wieder zu Hause. Er hatte stundenlang mit Melissa darüber geredet wo er gewesen war und warum er nicht zurückkommen konnte. Ein warmes Gefühl breitete sich in seinem Magen aus, als er merkte, dass seine Frau ihn nie aufgegeben hatte. Melissa wusste schon, dass Amanda nun auch ein Tok’ra war, was diese ihr wohl erzählt haben musste. Mit hängenden Schultern erklärte Jeremy seiner Frau was mit ihrer Tochter los war und er war froh, dass sie sich endlich wieder gegenseitig etwas Trost spenden konnten. Es war ein wenig unangenehm für Melissa, als Solcha ihn wieder abholte, doch sie schloss diese herzlich in die Arme und begrüßte sie wie eine alte Freundin. Sie waren nicht mehr so lange geblieben, da der General sonst Solcha dafür die Hölle heiß machen würde, aber er versprach Melissa sie so schnell wie möglich wieder zu besuchen. „Du siehst glücklich aus“, meinte Solcha und durchbrach die Stille. „Das bin ich auch“, erwiderte Jeremy lächelnd. „Es ist schön wieder zu Hause zu sein.“ Er zwinkerte ihr zu. „Wird der General den Tok’ra etwas über mich sagen?“ fragte er nach einer Weile. Solcha zuckte mit den Schultern und hielt ihren Blick nach vorne gerichtet. „Ich weiß es nicht genau, aber da du Asyl beantragt hast, ist es eigentlich egal ob er es ihnen sagt.“ Jeremy nickte nachdenklich und blickte zu ihr hinüber. Er entdeckte einen harten Ausdruck in ihren Augen als sie vor sich hinmurmelte: „Und wenn nicht werde ich schon dafür sorgen, dass du hier bleiben kannst.“

 

Die Wache am Tor winkte sie einfach durch und Solcha steuerte den Wagen auf einen Parkplatz. Sie entschuldigte sich bei Jeremy und stieg auf einen der kleinen Hügel und ließ sich in der Sonne im Gras nieder. Seufzend streckte sie ihre Beine, die von der langen Fahrt verkrampft waren. Solcha ließ sich hintenüber fallen und betrachtete die über ihr ziehenden Wolken. Sie spürte Sam schon bevor sie sie kommen sah. Für Amanda war dies eine vollkommen neue und verwirrende Erfahrung gewesen, die durch das Naqua’da im Blut eines Symbiontenträgers hervorgerufen wurde. Solcha hielt sich die Hand über die Augen und blinzelte Carter entgegen, die schon halb den Hügel erklommen hatte. „Hallo!“ rief Sam ihr schon entgegen und setzte sich dann neben sie in die Sonne. „Na bekommt die Oberwelt dich auch mal wieder zu Gesicht?“ meinte Solcha grinsend und setzte sich auf. „Will General Hammond mal wieder was von mir?“ fragte sie dann und verdrehte die Augen. Carter nickte und setzte ein entschuldigendes Gesicht auf. „Ich darf mal wieder seinen Überbringer mimen. Er will dich in seinem Büro sehen und er hat irgendwas von einem Vorfall heute geredet.“ Seufzend erhob sich Solcha und ging zusammen mit Sam auf das SGC zu. Im Inneren des Berges begab sie sich auf den Weg zu Hammonds Büro und Sam wandte sich in Richtung ihres Labors, wahrscheinlich um irgendeinen außerirdischen Gegenstand zu untersuchen. „General?“ Vorsichtig steckte Solcha ihren Kopf in Hammonds Büro, wurde von ihm herein gewunken und dazu aufgefordert sich zu setzten. Der General beendete sein Telefongespräch und wandte sich dann ihr zu. „Ich kann alles erklären“, kam Solcha ihm zuvor und erzählte, was auf dem Parkplatz passiert war.

Hammond tat das mit einem Kopfnicken ab, was Solcha verwundert die Stirn runzeln ließ. „Anise ist hier“, meinte Hammond nur und deutete mit dem Kopf in den Besprechungsraum, wo Solcha Daniel und Anise sehen konnte und ihr Gesichtsausdruck verdunkelte sich merklich.

  „Was willst du hier?“ Als Anise sich der Stimme zuwandte, blickte sie in Solchas versteinertes Gesicht. Ihr Gegenüber musterte sie mit zusammengekniffenen Augen und nicht gerade freundlichem Gesichtsausdruck. „Ich geh dann mal“, meinte Daniel schnell, da auch ihm die angespannte Stimmung nicht entgangen war. „Nein, bleib hier.“ Solcha hielt ihn mit einem erstaunlich kräftigem Griff um seinen Arm davon ab den Raum zu verlassen. „Ich werde nicht alleine mit ihr reden.“ Entschlossen drehte sie Daniel um und schob ihn in Richtung des Konferenztisches, während sie ihm etwas ins Ohr zischte was Anise nicht verstehen konnte.  „Also was willst du hier?“ Solcha setzte sich an den Tisch ohne Anise auch einen Platz anzubieten. Diese senkte seufzend die Augen und trat nun ihrerseits an den Tisch heran. „Wir brauchen deine Hilfe“, erklärte Anise und setzte sich. Fragend hob Solcha ihre Augenbraue. „Wir haben Han’tal, den Symbionten von Sandro untersucht und eine uns unbekannte Mutation entdeckt. Du hast die Beziehung zwischen Symbiont und Mensch schon lange untersucht Solcha. Keiner hat dein Wissen darin, deswegen bitten wir dich um Hilfe“, endete Anise etwas steif. Solcha blickte sie starr aus großen Augen an und konnte nicht glauben was sie da zu hören bekam. „Was denkst du eigentlich von mir?“ fragte sie ihr Gegenüber mit mühsam kontrollierter Stimme. „Du glaubst doch nicht wirklich, dass ich das machen werde?“ „Nicht?“ Anise sah etwas hilflos zu Daniel herüber, dessen Gesicht nun ebenso verschlossen wie das von Solcha war. „Es sind nicht nur immer die wissenschaftlichen Fakten, die zählen“, sagte er und legte Solcha eine Hand auf den Arm. Diese entspannte langsam ihre zu Fäusten geballten Hände und blickte Anise nicht an, als sie aufstand und sich zur Tür wandte. „Damit müsst ihr alleine fertig werden“, erklärte Daniel und brachte Anise zum Stargate zurück.

 

Solcha war in den Trainingsraum gerannt und schlug nun wutentbrannt auf einen Boxsack ein. Wie konnte Anise nur wagen deswegen zu ihr zu kommen? Es stimmte schon, dass sie die Beste auf diesem Gebiet war, doch sie würde niemals Sandros Symbionten untersuchen können. Dafür war sie viel zu lange ein Teil von ihm gewesen. Sie hatte ihn zwar nie wie Amanda geliebt, doch deswegen waren ihre Gefühle für ihn nicht minder stark gewesen. Auch mit seinem Symbionten Han’tal hatte sie eine gewisse Verbundenheit gespürt. Anise war schon immer die Wissenschaft wichtiger als alles andere gewesen, wobei ihr Wirt immer noch einen Anker zu ihrer menschlichen Seite bildete.   Ohne damit aufzuhören auf den Sack einzuschlagen, dachte Solcha an die Zeit mit Sandro zurück. Erst war sie sein Symbiont gewesen und dann der Symbiont einer jungen Frau, die furchtbar in ihn verliebt war. Wahrscheinlich hatten diese Gefühle sie verändert, ihr eine andere Sichtweise auf das Leben gegeben. Menschen waren doch schon erstaunliche Wesen. Man konnte in wenigen Stunden fast alles über sie erfahren und doch überraschten sie einen immer wieder. Ein plötzlicher Schmerz in ihrer Hand ließ sie wieder zu sich kommen. Als Solcha auf ihre Hände blickte war sie ziemlich verwundert dort aufgeplatzte Knöchel zu sehen. Fluchend wickelte sie ihre Hände in Taschentücher und machte sich seufzend auf den Weg zu Janet Fraser um sich verarzten zu lassen.  

Janet sagte nichts als Solcha die Krankenstation betrat, sondern bat sie gleich auf einem der Untersuchungstische Platz zu nehmen. Stirnrunzelnd betrachtete sie die aufgeschürften Knöchel und befühlte vorsichtig die Handknochen um einen Bruch auszuschließen. Daniel hatte ihr von Anise Besuch erzählt und sie hatte sich sehr gut vorstellen können, was in Solcha vorging. Sie war schon beinahe so schlimm wie Jack O’Neill geworden, der auch immer wieder kleine Verletzungen anschleppte.

Zufrieden damit, dass die Fingerknochen nicht gebrochen waren, strich Janet eine Salbe auf die wunden Stellen und verband die Hände vorsichtig. Gerade als sie Solcha entlassen wollte, drückte diese sich eine Hand auf den Magen. „Mir wird schlecht“, murmelte sie nur noch und stürzte schon auf den nächsten Mülleimer zu, um sich zu übergeben. „Alles in Ordnung?“ fragte Fraser besorgt und sprang hinzu um Solcha die Haare aus dem Gesicht zu halten. Diese richtete sich gequält lächelnd auf und nahm dankbar den Lappen, den Janet ihr reichte, um sich den Mund abzuwischen. „Das ist mir jetzt schon ein, zwei Mal passiert“, meinte sie leise und ließ sich zu einem Bett führen, auf das sie mit geschlossenen Augen herabsank. „Ich werde dir Blut abnehmen, dann wissen wir mehr“, sagte Janet und ließ ihren Worten Taten folgen. „Es dauert eine Weile, dann wissen wir mehr. Schlaf ruhig ein wenig, wenn du willst, ich…“ Sie fuhr nicht fort, da sie gemerkt hatte, dass Solcha schon eingeschlafen war.  

Janet blickte erstaunt auf die Testergebnisse in ihrer Hand. Wenn sie ehrlich war konnte sie nicht glauben was sie auf dem Zettel vor ihr sah. Über den Rand des Blattes betrachtete sie die noch schlafende Solcha und schüttelte dann lächelnd den Kopf. Sie würde sie wohl aufwecken müssen um ihr die Nachricht zu verkünden. 

Doktor Fraser betrat die Krankenstation und bemerkte, dass Solcha schon wach war und gedankenverloren an die Decke starrte. Sie räusperte sich vernehmlich und sah ihr Gegenüber zusammenzucken, da sie sie noch nicht bemerkt hatte. „Hallo!“ Solcha richtete sich vom Bett auf und schwang die Beine über die Kante. „Was ist los?“ Fragend sah sie Janet an, die auf das Blatt in ihrer Hand deutete. Solcha spähte auf den Text auf dem Zettel und begann zu lächeln. Nickend meinte sie schon fast flüsternd: „Sprechen sie es aus.“ Janet sah sie verwundert an, tat dann aber wie ihr geheißen. „Du bist schwanger.“ Eine erstaunliche Veränderung ging mit Solcha vor. Sie klammerte sich an die Bettkante und ihre Augenlieder begannen zu flattern. „Schwanger?“ erklang zum ersten Mal seit langer Zeit wieder Amandas Stimme.  

„Das hat sie wohl endlich hervor gelockt“, meinte Solcha grinsend, als ihr Bewusstsein wieder an die Oberfläche trat. „Keine Angst“, sagte sie als sie Janets Gesicht sah, „sie muss nur den Schock verdauen, aber ich glaube ab jetzt geht es bergauf mit ihr.“ Immer noch übers ganze Gesicht lächelnd verließ sie die Krankenstation und eine ebenfalls lächelnde Janet Fraser blickte ihr hinterher.

  Solcha sollte mit ihrer Prophezeiung Recht behalten, denn Amanda nahm wieder mehr am Leben teil, was alles sehr freute. Sie blühte in ihrer Schwangerschaft richtig auf, auch wenn der Gedanke an Sandro ihr immer noch einen Stich versetzte, aber das würde sich wohl nicht ändern. Amanda war froh, dass ihre Eltern wieder zueinander gefunden hatten und auch so glücklich wirkten. Solcha war ihr eine gute Freundin und nach einiger Zeit sahen auch die Tok’ra ein, dass Solcha für sie verloren war. Sie erfuhren nie etwas von Jeremy, dessen Symbiont mit einem Leben auf der Erde auch zufrieden war. Amanda traf sich wieder mit ihren alten Freunden und verbrachte eine so gute Zeit wie schon lange nicht mehr, wobei sie auch ihre neuen Freunde und Arbeitskollegen nicht vergaß.

 

Das ganze SG 1 Team und General Hammond hatten sich in der Krankenstation versammelt, als Doktor Fraser den letzten Ultraschall vor der Geburt von Amandas Baby machte. Amanda grinste still vor sich hin während sie sich auf den Untersuchungstisch legte und alle ganz gespannt auf den Bildschirm des Ultraschallgerätes schauten. Es störte sie nicht, dass so viele Leute anwesend waren, da sie sie mittlerweile als ihre Familie ansah. Ihre Eltern hatten nicht kommen können, da sie noch in Europa im Urlaub waren, sozusagen als zweite Flitterwochen. Nun richtete auch Amanda ihren Blick auf den Bildschirm und erkannte die nun schon vertrauten Umrisse ihres Babys. „Alles in Ordnung“, erklärte Janet und das Team und der General strahlten mit Amanda um die Wette. Plötzlich runzelte Janet die Stirn betrachtete eine Stelle des Ultraschalls genauer. „Aber das kann doch nicht sein“, murmelte sie und die gute Stimmung schlug in Aufregung um. „Was ist los Janet?“ fragte Carter, die sich nun ebenfalls vorlehnte. Keiner bemerkte, dass Amanda immer noch lächelte und Doktor Fraser eine Hand auf den Arm legte, um sie auf sich aufmerksam zu machen. „Das ist schon in Ordnung“, meinte Amanda leise und nickte ihr zu. „Was ist denn nun los?“ wollte nun auch der General wissen und blickte genervt zwischen der Ärztin und Amanda hin und her. „Sie hat nur gerade entdeckt, dass mein Baby nicht ganz normal ist“, sagte Amanda ruhig und blickte weiter Janet. Diese nickte perplex und blickte dann mit einem ungläubigen Lächeln zu den anderen auf. „Das Baby hat einen Symbionten“, meinte sie dann nur und die anderen schauten sie erstaunt an. Amanda legte zärtlich eine Hand auf ihren mittlerweile kugelrunden Bauch.

„Eine neue Generation der Tok’ra ist eingebrochen“, erklang Solchas Stimme leise.

                                                   ENDE
Chatbox
bullet Admin
19 Nov : 13:44
Ich wünsche allen viel Spaß auf meiner Seite.
bullet roadnet
27 Sep : 23:55
Viel Spaß mit der neuen Homepage, wünscht das roadnet.de Team
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